
Hameln. Das Setting: ein Ferienort an der Küste. Das Problem: Müll verschmutzt den Strand. Die Lösung: Noch offen – sie muss erst erarbeitet werden.
Das sind die Rahmenbedingungen des Planspiels „Müll im Meer“, an dem Ende April rund 20 Schülerinnen und Schüler der Oberschule Hessisch Oldendorf teilgenommen haben. Ihre Aufgabe: Lösungen für das Müllproblem am Strand zu entwickeln. Keine ganz einfache Aufgabe, denn das Format war für die Teilnehmenden neu. Doch erstaunlich schnell fanden sie sich hinein – mit viel Begeisterung und Engagement.
Zunächst versetzten sich die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen in die Rollen verschiedener Akteure. Sie sammeln passende Argumente und entwickeln und klären die jeweilige Position: Wie sieht die lokale Wirtschaft den Müll am Strand? Was denkt die Verwaltung? Und welche Perspektive nimmt eine Umweltorganisation ein? Sogar das Meer selbst bekommt in diesem Spiel eine eigene Stimme.
Unterstützt wurden die Gruppen durch Materialien mit Hintergrundinformationen, die über QR-Codes auf Tablets abgerufen werden konnten. So erhielten die Teilnehmenden schnell einen guten Überblick über die jeweilige Rolle, konnten Informationen ordnen und ihre Position in der anschließenden Diskussion überzeugend vertreten – mit dem Ziel, gemeinsam Lösungen zu finden.
Gut vorbereitet kamen alle wieder in einer großen Runde zusammen und starteten den Austausch ihrer Argumente. Auch wenn die Positionen der einzelnen Gruppen anfangs – ganz wie im echten Leben – weit auseinanderlagen, nähern sie sich schnell an. Die Diskussion ist pragmatisch, lösungsorientiert und zielführend. Schon bald stehen konkrete Vorschläge im Raum: mehr Mülleimer, die außerdem häufiger geleert werden. Auf Einsicht und Aufklärung allein setzen die Schülerinnen und Schüler bewusst nicht – schließlich sei allen klar, dass Müll nicht in die Natur gehört. Stattdessen sprechen sie sich für Geldstrafen aus, wenn Abfälle nicht richtig entsorgt werden. Diese sollen zweckgebunden für die Entsorgung genutzt werden.
Einfach, lebensnah und wirkungsvoll sind die Lösungen, die nach rund 20 Minuten Diskussion auf dem Tisch liegen. Die Schülerinnen und Schüler sind zu Recht stolz auf ihr Ergebnis und zufrieden mit dem gemeinsamen Prozess. Denn in den zwei Unterrichtsstunden haben sie nicht nur Wissen über unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Müll im Meer gewonnen, sondern auch gelernt, neue Rollen einzunehmen, Argumente auszutauschen und gemeinsam konstruktive Lösungen zu entwickeln.
Dauer: 3 Unterrichtsstunden
Zielgruppe: 6 – 10 Klasse
Material: wird gestellt
Anfrage- und Buchungs-Mail an: [email protected]