
Holzminden/Hameln. Mit großem Interesse verfolgten in der vergangenen Woche zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Planung, Bauwesen und Gebäudemanagement den Abschlussworkshop des Projekts Zukunftsforum Green Building an der HAWK in Holzminden. Im Mittelpunkt stand eine neu entwickelte sogenannte Sanierungsschablone, die in den vergangenen Monaten erarbeitet und nun fertiggestellt wurde. Diese Schablone ist ein praxisnahes Werkzeug für Kommunen, um die Sanierung von Schulgebäuden mit dem Ziel der CO2-Neutralität effizient zu planen: Durch einen klar definierten Rahmen und festgelegte Zielstandards erleichtert die Schablone den Einstieg in das Projekt. Es entstehen schnell umfassende, energetisch zukunftssichere Gesamtkonzepte, die Kommunen dabei unterstützen, sinnvolle und tragfähige Sanierungsstrategien zu entwickeln. Kurzfristige Fehlentscheidungen werden verhindert und die Planungszeit verkürzt, was die Vorhaben insgesamt beschleunigt. Durch die Sanierungen werden am Ende zudem namhafte Energie-Einsparungen insbesondere beim Heizen der Gebäude erzielt und damit Kosten reduziert. Dies bedeutet einen großen Gewinn nicht nur für Kommunen, Schulgemeinschaften und Steuerzahlende, sondern auch für den Klimaschutz.
Mit dem Workshop endet das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundvorhaben zwischen dem HAWK-Fachbereich Green Building, der Klimaschutzagentur Weserbergland und dem Landkreis Holzminden. Bei der Veranstaltung am vergangenen Donnerstag im Holzmindener Hochschul-Gebäude stellten die Projektbeteiligten die Ergebnisse ihrer Arbeitsbereiche vor: Prof. Dr. Erik Bertram (HAWK) führte nach den Grußworten von Prof. Dr. Sebastian Föste (HAWK), Anja Lippmann-Krüger (Klimaschutzagentur Weserbergland) und Landrat Michael Schünemann (Landkreis Holzminden) in die konzeptionellen Grundlagen der Sanierungsschablonen ein. Anschließend stellte Nina Algermissen von der Klimaschutzagentur die Ergebnisse der Bestandsaufnahme an den Schulgebäuden vor, die als wichtige Basis für die Entwicklung des Werkzeugs dienten. Darauf aufbauend präsentierten die HAWK-Mitarbeitenden Lucas Börner, Johanna Heinemann und Angelina Makaryeva die ausgearbeiteten Schablonen, zeigten deren praktische Anwendung und erläuterten zentrale Erkenntnisse aus den Testphasen. Ergänzend berichtete Lina Wilke (Klimaschutzagentur) von den ersten Anwenderschulungen, deren Rückmeldungen direkt in die
abschließende Überarbeitung der Schablonen eingeflossen sind. Damit führte das Projekt Wissen und Erfahrungen aus Theorie und Praxis zusammen und entwickelte beides für eine anwendungsfreundliche und fokussierte Umsetzung weiter.
Nach dem theoretischen Teil konnten die Teilnehmenden das Werkzeug selbst praktisch ausprobieren: An einem Modellgebäude wurde exemplarisch ein Gewerk „saniert“. Dieser interaktive Zugang machte die Funktionsweise der Schablonen besonders eindrücklich erlebbar und zeigte, wie standardisierte Verfahren die Planung erleichtern.
Ein weiterer Höhepunkt war der Praxisbericht von Jan Steinweg aus dem Gebäudemanagement der Stadt Paderborn. Die Stadt verfolgt ein besonders ambitioniertes Konzept: Bis 2035 sollen sämtliche städtischen Liegenschaften CO2-neutral betrieben werden. Um dieses Ziel zu erreichen, beschreitet Paderborn neue Wege und schafft Entscheidungsgrundlagen, die nachhaltiges Bauen und Sanieren ermöglichen.
Steinweg stellte ein konkretes Sanierungsprojekt vor und gewährte dabei wertvolle Einblicke in die praktischen Herausforderungen und Lösungsansätze. Dieser Erfahrungsbericht fand im Anschluss große Anerkennung – die Teilnehmenden lobten den praxisnahen Austausch ausdrücklich und bewerteten ihn als äußerst bereichernd.
Die Resonanz der Teilnehmenden auf den Workshop insgesamt war durchweg positiv. Sie teilten die Meinung der Projektbeteiligten, dass die Sanierungsschablonen ein vielversprechendes Instrument seien, das künftig breit in Bau- und Liegenschaftsverwaltungen, Planungsbüros und Unternehmen eingesetzt werden könne. Mitglieder des Projekt-Teams haben bereits weitere Schulungen und Praxistests geplant, um das Werkzeug kontinuierlich zu verbessern und weiter zu verbreiten.