
Hameln. Im Seminarraum des Hefehofs ging es am Nachmittag des 22. April nicht um abstrakte Klimaziele oder politische Schlagworte, sondern um ganz praktische Fragen rund um Energie und die Energiewende. Lehrkräfte nahmen dort an einer Fortbildung zu erneuerbaren Energien teil, die sich einem Anspruch verschrieben hatte: Wind-, Wasser- und Sonnenkraft so zu erklären, dass Kinder sie verstehen – und erleben – können.
Die Energiewende, so viel wurde gleich zu Beginn deutlich, ist nicht allein eine technische oder gesellschaftliche Großaufgabe, sondern auch eine pädagogische. Wer früh begreift, wie Energie entsteht und warum erneuerbare Quellen eine Rolle für die Zukunft spielen, entwickelt ein anderes Verhältnis zu Umwelt und Ressourcen. Schulen können dabei ein wichtiger Ort des Verstehens sein.
Die theoretische Einführung zur Veranstaltung, die zum Projekt Klimabewegt gehörte, übernahmen Rebecca Kittel und Nele Schütte vom Klimabildungsteam der Klimaschutzagentur Weserbergland. Sie erläuterten Grundlagen der erneuerbaren Energien und spannten mit praxisnahen Tipps den Bogen hin zu didaktischen Fragen des Schulunterrichts.
Nach einer kurzen Pause verlagerte sich der Schwerpunkt vom Vortrag zum eigenen Tun. Die Teilnehmenden bauten selbst Versuch mit Materialien auf, die bewusst einfach gehalten waren: darunter kleine Propeller, ein Ventilator, eine Plastikspritze mit Wasser, eine Lichtquelle, eine Photovoltaikzelle und einige Kabel. Dank knapper und klar strukturierter Anleitungen waren die Experimente mit wenigen Handgriffen aufgebaut. Dann setzte Bewegung ein: Der vom Ventilator erzeugte Luftstrom ließ kleine Windräder rotieren, eine Lampe versorgte die Photovoltaikzelle mit Licht. Was folgte, war kein Demonstrationsunterricht, sondern echtes Experimentieren. Fiel das Licht nicht im optimalen Winkel auf die Solarzelle, verlangsamte sich der Propeller. Wurde der Luftstrom schwächer, drehte sich auch das Windrad langsamer. Energie wurde nicht erklärt, sondern sichtbar.

Gerade darin lag der Wert der Versuche. Physikalische Gesetzmäßigkeiten erschlossen sich über Beobachtung und Veränderung. Die Funktionsweise von Anlagen zur Stromgewinnung aus Wind-, Wasser- und Sonnenkraft ließ sich nachvollziehen, und das ohne technische Hürden oder große Apparaturen.
Für den Unterricht eröffnen solche Ansätze neue Möglichkeiten: Die einfachen Versuche lassen sich schnell nachbauen und erlauben es, Kindern ein Verständnis dafür zu vermitteln, wie Strom entsteht – und warum erneuerbare Energien eine zentrale Rolle für eine nachhaltige Zukunft spielen.
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