Hotel- und Gastronomie-Netzwerk für Energieeffizienz im Weserbergland (HGNEW)


14 Hotel- und Gastronomiebetriebe trotzen Corona und machen sich für Klimaschutz stark

Anfang November 2020 fiel für das mittlerweile dritte Unternehmensnetzwerk der Klimaschutzagentur Weserbergland „HGNEW (Hotel- und Gastronomie-Netzwerk im Weserbergland)“ der offizielle Startschuss. Insgesamt 14 Hotel- und Gastronomiebetriebe aus den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden trotzen ihrer aktuell sehr schwierigen Lage durch die Corona-Pandemie und machen sich zukünftig für den Klimaschutz stark. Innerhalb des Netzwerks haben sie sich als wesentliches Ziel gesetzt, die Energie- und Ressourceneffizienz in ihren Betrieben zu steigern und damit Kosten zu sparen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

 

Die Gründung des neuen Netzwerks der Klimaschutzagentur erfolgte erneut in Kooperation mit den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden. Pandemiebedingt fand die Auftaktveranstaltung – anders als in den Vorjahren – online statt. Dirk Adomat, Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont, begrüßte gemeinsam mit Anja Lippmann-Krüger, Geschäftsführerin der Klimaschutzagentur Weserbergland, die teilnehmenden Unternehmen. Mit einer Videobotschaft richtete sich auch Frank Doods, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, an die 14 Hotel- und Gastronomiebetriebe. Elizabeth Tischer, erste Vorsitzende des DEHOGA-Kreisverbandes Holzminden, wandte sich ebenfalls mit einem Grußwort an alle beteiligten Unternehmen. Am späten Nachmittag dann folgten mit Gabriele Güse, erste Vorsitzende des DEHOGA-Kreisverbandes Hameln Stadt und Land, und Andreas Koch, Berater und Pionier für nachhaltigen Tourismus, gleich zwei kurze, branchenrelevante Impulsvorträge. Mehr Informationen zum Auftaktevent erhalten Interessierte hier.

 

Das Netzwerk wird von der Klimaschutzagentur Weserbergland inhaltlich sowie organisatorisch begleitet (mehr zum Ablauf der Netzwerkarbeit finden Sie hier). Erstmals liegt bei der Arbeit im dritten Netzwerk nun der Fokus auf dem Hotel- und Gaststättengewerbe. Und das macht auch Sinn. Steigende Energiekosten sind hier eine große Herausforderung und das Thema Energieeffizienz rückt immer mehr in den Fokus. Zudem spielt die Tourismus-Branche im Weserbergland eine entscheidende Rolle für die regionale Wirtschaftsentwicklung. Und hier ist eine positive und zugleich umwelt- und klimaschonende Entwicklung wünschenswert.

 

Gleichzeitig sichern sich die Teilnehmer mit dem Netzwerk wichtige Imagevorteile gegenüber Unternehmen, die Klimaschutz noch gar nicht auf ihrer Agenda haben. Die Nachfrage vieler Restaurant- und Hotelgäste nach einem „grünen Image“ wird immer größer. Wer heute bereits aktiv wird und Maßnahmen ergreift, denkt voraus und gewinnt für die Zukunft.

 

Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird gefördert durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen Programmgebiet Stärker entwickelte Region (SER). 

Teilnehmende Unternehmen:

Landkreis Hameln-Pyrmont:

  • Hotel zur Börse
  • Historik Hotel Christinenhof
  • Hotel Garni Forum
  • Gasthof Schellental
  • Parkhotel Pyrmont
  • Hotel und Restaurant Weinschänke Rohdental
  • Hotel Restaurant Waldquelle
  • Restaurant und Hotel Felsenkeller in Coppenbrügge
  • Berggasthaus Ziegenbuche

Landkreis Holzminden:

  • Lampes Posthotel
  • Restaurant Felsenkeller Holzminden
  • Hotel Hellers Krug
  • Hotel Goldener Anker
  • Gasthof Angerkrug
  • Landgasthaus Zum Rosengarten


Aktuelles aus dem Netzwerk-Geschehen

Im Februar 2021 nahmen die ersten Hotels und Gastronomen das Angebot der Vor-Ort-Beratung im Rahmen der Netzwerk-Teilnahme wahr. So besuchte unser Energie-Experte Uwe Bochnig unter anderem das Restaurant und Hotel Felsenkeller in Coppenbrügge. Herr Zeddies, Inhaber des Felsenkellers, hat sich auch vor der Teilnahme im Netzwerk bereits viel mit dem Thema Energieeffizienz beschäftigt. Eine PV-Anlage hätte er gern installiert, welche sich aufgrund der Schattenlage des Betriebs aber leider nicht eignete. Die Heizung wurde aber bereits erneuert: jetzt steht eine moderne Gasbrennwerttherme mit Kaskadenschaltung im Heizungskeller. Durch die Beratung der Klimaschutzagentur ergaben sich nun darüber hinaus Überlegungen zur Umsetzung weiterer Maßnahmen, die mit Unterstützung von Herrn Bochnig im Rahmen der Netzwerk-Teilnahme nun genauer betrachtet werden sollen. Wir haben uns mit Herrn Zeddies unterhalten.

 

Herr Zeddies, Sie sind auch vor Ihrer Teilnahme im Netzwerk schon aktiv vorangeschritten, was Energieeffizienz in Ihrem Betrieb angeht. Nicht immer – und gerade in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation - kann es gleich eine Großinvestition sein. Haben Sie Tipps für die Netzwerk-Mitstreiter, wie sich auch mit geringinvestiven Maßnahmen Energie einsparen lässt?

 

Bei uns war es so, dass wir seit Kauf des Gebäudes nach und nach immer mal wieder Teile des Gebäudes modernisiert haben. Natürlich ist das mit Investitionen verbunden aber die mussten ohnehin irgendwann sein. Wir haben dann bei der Umsetzung immer versucht einen guten Kompromiss zwischen dem energetisch Bestmöglichen und dem für uns Leistbaren zu finden. Zum Beispiel haben wir unseren Saal renoviert und in dem Zuge gleich auf LED-Technik umgerüstet. Generell lassen sich auf diese Weise viele Maßnahmen smart miteinander kombinieren, manchmal passiert das sogar schon unbewusst. Und der Mehraufwand lohnt sich dann langfristig schon sehr. Wir haben beispielsweise auch schon lange eine Warmwasser-Zufuhr am Geschirrspüler in der Küche angeschlossen. So muss das Wasser für den Geschirrspüler nicht elektrisch aufgeheizt werden, sondern wird über die Heizung erwärmt. Da wir eine moderne Heizungsanlage haben, sind die Energiekosten hier viel geringer, als wenn mit Strom erhitzt würde.

 

Sie wussten ja bereits vor der Beratung durch Herrn Bochnig schon sehr gut um den energetischen Zustand Ihres Betriebs Bescheid. Welchen Mehrwert konnte die Beratung dennoch liefern?

 

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, dass Herr Bochnig da war. Besonders hilfreich war sein Wissen zu aktuellen Fördermöglichkeiten. Wir denken im Moment über den Bau einer E-Ladestation nach, weil es immer mehr Gäste geben wird, die ihr Elektroauto über Nacht bei uns laden wollen würden. Dass sich zum Beispiel auch mit der Installation verbundene Erdbauarbeiten fördern lassen, hätte ich so gar nicht gewusst. Da hat Herr Bochnig gute Impulse geliefert. Auch viele kleine Tipps, zum Beispiel zu sparsamen Duschköpfen und Fensterdichtungen, konnte ich noch mitnehmen und habe sie auch direkt in mein privates Umfeld weitergetragen. Außerdem konnte ich mit Herrn Bochnig Punkte besprechen, die ich langfristig auf meiner Agenda habe. Zum Beispiel ist eine Idee, ob ein BHKW bei uns Sinn ergeben würde. Herr Bochnig wird uns mit seiner Expertise bei der Prüfung unterstützen.

 

Welche Botschaft haben Sie an andere Netzwerkteilnehmer?

 

Natürlich kostet es Zeit, sich vor und nach der Beratung mit den Themen auseinanderzusetzen. Aber Energieeffizienz und Klimaschutz sind Themen, mit denen man sich früher oder später sowieso auseinandersetzen muss. Die Dimensionen, wenn man sich nicht frühzeitig kümmert, werden nur immer größer. Ich kann also nur dazu raten, die Möglichkeit im Netzwerk zu nutzen. Außerdem verpflichtet man sich ja nicht, Maßnahmen, die sich im Zuge der Beratung als sinnvoll herausstellen, umzusetzen. Und falls man doch in die Umsetzung einzelner Maßnahmen gehen möchte, kennen die Experten der Klimaschutzagentur die aktuellen Fördermöglichkeiten, die man entsprechend nutzen kann.