Aus der Praxis...

Ihr Ansprechpartner: Saskia Pape



...von Privathaushalten

Foto: Peter Brunotte
Foto: Peter Brunotte

Stecker-Solaranlagen

Eckdaten & Erfahrungen an einem Beispiel (Installation im Dezember 2019)

  • installierte Leistung: 570 kWp
  • Kosten für Anlage und Zubehör: 800 Euro
  • Kosten für Installation und Anschluss der Anlage: 400 Euro
    (aufwändig wg. Installation auf der Garage und Verbindung von dort ins Hausnetz)
  • Kosten für Installation eines neuen Zählers durch den Energieversorger: 60 Euro
  • 16 Betonplatten à 9 kg zur Befestigung auf der Garage waren schon vorhanden

"Ich bin sehr zufrieden mit der Mini-Solaranlage auf meinem Garangendach. Sie läuft bislang störungsfrei. Die Anlage hat die versprochenen 600 KW Jahresleistung in 2020 nach neun Monaten schon ungefähr erreicht, was sicher auch an den vielen Sonnenstunden liegt."                                                                                                                                      Peter Brunotte, Coppenbrügge


Immer mehr Menschen möchten aktiv zur Energiewende beitragen. Eine Möglichkeit hierfür ist eine eigene Photovoltaik-Anlage. Doch nicht immer gibt es dafür den nötigen Platz, zum Beispiel, wenn man Mieter oder Eigentümer einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus ist. Mit sogenannten Stecker-Solaranlagen, die auf Terrasse oder Balkon installiert werden, können auch diese Nutzergruppen ihren eigenen Sonnenstrom erzeugen und direkt verbrauchen. Eine Stecker-PV-Anlage ist nicht für die Einspeisung gedacht, sondern für die direkte Nutzung im Haushalt.

 

Das sind die Vorteile einer Stecker-PV-Anlage:

  • Gegenüber einer großen Photovoltaik-Anlage bedeutet die Installation und Inbetriebnahme einer Stecker-PV-Anlage wesentlich weniger "bürokratischen Aufwand". Stecker-PV-Anlagen kann man selbst anbringen (z.B. an die Balkonbrüstung), selbst anschließen und praktisch sofort nutzen. Auch die Anmeldung beim Netzbetreiber und Marktstammdatenregister kann man - anders als bei einer Photovoltaikanlage - selbst vornehmen.
  • Ein Stecker-Solarmodul erzeugt elektrischen Strom, der direkt an einen im Haushalt vorhandenen Stromkreis angeschlossen wird (am besten über eine vorhandene Steckdose).
  • Solche Mini-Solaranlagen produzieren in der Regel genug Strom, um einen wesentlichen Teil der Grundlast eines Haushaltes zu decken.
  • Ein Richtung Süden ausgerichtetes und verschattungsfrei angebrachtes 300-Watt-Modul produziert etwa 200 kWh Strom pro Jahr. Kann dieser Strom direkt im Haushalt verbraucht werden, reduziert sich der Strombezug um etwa die gleiche Menge.
  • Durch Nutzung einer eigenen Solaranlage reduziert sich nicht nur die Stromrechnung, sondern man tut auch noch etwas Gutes für das Klima.

Lohnt sich eine Stecker-PV-Anlage?

 

Pauschal lässt sich nicht sagen, ob sich eine Stecker-PV-Anlage lohnt. Wie auch bei einer großen Anlage hängt das von einigen Faktoren ab. Für einen möglichst hohen Ertrag sollte die Anlage Richtung Süden ausgerichtet und nicht verschattet sein. Eine Stecker-PV-Anlage eignet sich für die direkte Nutzung im Haushalt. Da der Ertrag der Anlage tagsüber, vor allem mittags am höchsten ist, lohnt sich eine Anlage am meisten, wenn der Strom dann auch direkt verbraucht werden kann. Wird der Haushalt beispielsweise tagsüber nicht bewohnt, lohnt eine Anlage nicht, da der erzeugte Strom "unverbraucht" ins Netz fließt. Ist die Wohnung den ganzen Tag belebt, lohnt es sich eher. Idealerweise passt man seinen Verbrauch dann auch noch an den Ertrag der Anlage an, z.B. kann man die Waschmaschine gezielt dann anstellen, wenn gerade viel Strom geliefert wird. Besonders lohnt sich eine solche Anlage auch, wenn zusätzliche Großverbraucher vorhanden sind, z.B. ein Pool, dessen Pumpe betrieben werden soll.

 

Weitere Informationen, Hinweise und Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie z.B auf den Seiten der Verbraucherzentrale oder der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS).


...von Unternehmen

Viele Unternehmen nutzen bereits die Vorteile einer eigenen PV-Anlage, vor allem auch in Kombination mit Elektromobilität.

Wir haben einige Beispiele zusammengetragen. Lassen Sie sich inspirieren!

 

Denken Sie auch über eine PV-Anlage für Ihr Unternehmen nach?

Sprechen Sie uns an und nutzen Sie unsere kostenfreie Impulsberatung SOLAR für kleine und mittelständische Unternehmen.

autohaus Lange

Institut für Solarenergieforschung



...von Kommunen

kreisverwaltung holzminden

Mit der Erneuerung der regionaltypischen Sandsteineindeckung auf dem denkmalgeschützten Bau in der Neuen Straße und einer hochmodernen Solaranlage auf dem daran anschließenden Querriegelgebäude in die Bürgermeister-Schrader-Straße hinein ist ein planerischer Entwurf Wirklichkeit geworden, der Tradition und Moderne gelungen miteinander verbindet. Mit rund 600 Quadratmetern Sandstein und rund 170 Quadratmetern monokristalliner Solartechnologie genügen die beiden Kreishaustrakte sowohl ästhetischen als auch ökologischen Gesichtspunkten. Energetisch deutlich besser gedämmt wurden die Dächer durch die Sanierungsmaßnahmen sowieso.

 

Das Gebäude eignet sich hervorragend für eine Nutzung von Solarenergie, wie ein Check mithilfe des von den drei Landkreisen Holzminden, Hameln-Pyrmont und Schaumburg online gestellten Solarportals ergab. 

 

Die neue Solaranlage versorgt sowohl das eigentliche Kreisverwaltungsgebäude in der Bürgermeister-Schrader-Straße als auch die Kreisvolkshochschule in der Neuen Straße sowie das Gesundheits- und Sozialgebäude in der Böntalstraße mit Strom. „Das Gute dabei ist, dass die Energie genau dann anfällt, wenn sie gebraucht wird“, unterstreicht Dr. Linda Hartmann, Klimaschutzmanagerin des Landkreises Holzminden. Denn die Solaranlagen erzeugen ihre Energie tagsüber, wenn in den Verwaltungsräumen Hochbetrieb herrscht und die PC´s angeschaltet sind. Anders als bei privaten Anlagen werde deshalb auch keine Speichertechnologie benötigt. Und selbst an Wochenenden, wenn keiner da ist, werde  die vorhandene Grundlast durch Server und ähnliche Technologien über das Dach abgedeckt. „Die Hälfte unseres Strombedarfs fällt allein schon an, ohne dass jemand einen Rechner anschaltet“, erklärt Helmut Meier, Bereichsleiter der Gebäudewirtschaft, „durch die Anlage sparen wir jährlich je nach Witterung circa 7.000 Euro an Stromkosten.“ Über die gesamte Lebensdauer einer solchen Anlage gerechnet seien das 140.000 Euro, so Meier. Auch für dieses Projekt sind überdies Fördermittel beantragt worden.

Flecken Aerzen

Foto: Flecken Aerzen
Foto: Flecken Aerzen

Auf Impulsberatung „Solar“ folgt Umsetzung für Schule und Kindergarten

 

Im Sommer 2019 nutzte der Flecken Aerzen gleich zweifach das kostenlose Solarberatungsangebot der Klimaschutzagentur Weserbergland in Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN). In einem je etwa zweistündigen vor-Ort Termin mit Gebäuderundgang wurde die Eignung der Grundschule Aerzen und des Kindergartens in Grupenhagen für den Einsatz von Sonnenenergie geprüft. Entsprechend des abschließenden Berichts des Energieberaters Stephan Reinisch über wirtschaftlich umsetzbare Maßnahmen folgten in den vergangenen Monaten konkrete Taten.

 

Der Kindergarten in Grupenhagen hat inzwischen eine eigene PV-Anlage mit einer installierten Leistung von 9,7 kWp auf seinem Dach. Auch die Ausschreibung für die Installation einer PV-Anlage für die Grundschule Aerzen wird derzeit erarbeitet. Anfang des neuen Jahres soll die Anlage dann aufs Dach. Andreas Wittrock, Bürgermeister des Fleckens, ist von der Solarenergienutzung überzeugt: „Mit diesen Maßnahmen soll der CO2-Ausstoß vermindert werden, wodurch ein Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz geleistet wird. Aber es stellen sich auch langfristig Einsparungen bei den Strombeschaffungskosten ein und darüber hinaus kann der nicht durch Eigenverbrauch genutzte Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.“ Die kompetente Beratung hätte maßgeblich zur Entscheidung beigetragen, Solarenergie nun verstärkt für kommunale Gebäude ins Auge zu fassen und im Falle der Eignung auch umzusetzen. So wurde zwischenzeitlich auch das Freibaddach mit einer PV-Anlage ausgestattet. Herr Wittrock hat bereits weitere Liegenschaften ausgeguckt, für die ebenfalls eine Prüfung vorgenommen werden soll. Der Kindergarten „Unter dem Regenbogen“ und die Grundschule Groß Berkel sollen in den nächsten Wochen unter die Lupe genommen werden. Eine Eignungsprüfung für Solarenergienutzung über das kostenlose Angebot der regionalen Klimaschutzagentur könne er jeder Kommune nur empfehlen.

Gut zu wissen

Förderungen für den Bau von PV-Anlagen sind aufgrund des ohnehin wirtschaftlichen Betriebs der Anlage aktuell nicht mehr verfügbar. Über das KfW-Programm 270 Erneuerbare Energien Standard besteht jedoch die Möglichkeit einer zinsgünstigen Finanzierung. Wenn gleichzeitig eine Dachsanierung ansteht, kommt darüber hinaus ggf. eine Förderung über das Kommunalinvestitionsprogramm in Frage. So können PV-Anlagen im Rahmen von energetischen Sanierungen von Infrastrukturbauten über KIP I-Mittel gefördert werden, wenn sie vorwiegend (in der Regel 50%) für den Eigenbedarf installiert werden. Dies gilt es im Einzelfall zu prüfen.

Sie denken auch über Solarenergie für Ihre kommunalen Liegenschaften nach?

Durch eine effiziente Verwendung von Energie sowie die verstärkte Versorgung mit erneuerbaren Energien können Kommunen ihre Energiekosten in den eigenen Liegenschaften deutlich senken und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Nutzen Sie noch bis 31.12.2020 unser Angebot einer kostenlosen Impulsberatung Solar für Kommunen und prüfen so, ob sich eine Solaranlage auch für Ihre kommunalen Gebäude eignet. 


Aktuelle Termine und Meldungen rund um die Sonne:

Klimaschutzagentur und target starten Fortbildungsreihe zur Solarenergienutzung

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Foto: Milos Muller, AdobeStock

Interessieren Sie die typischen Material- und Schnittstellenprobleme bei der Installation von PV-Anlagen und würden Sie gerne mehr zu entsprechenden Gegenmaßnahmen wissen? Sind Sie Unternehmer und wünschen sich einen Überblick über aktuelle technische Optionen sowie rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen der Solarenergienutzung? Am 29. September 2020 startet die Klimaschutzagentur Weserbergland in Kooperation mit der target GmbH eine Fortbildungsreihe zum Thema Solarenergienutzung in den Städten Hameln, Holzminden und Rinteln. Insgesamt können fünf verschiedene Solarkurse gebucht werden – Interessierte haben dabei die Wahl zwischen den Themen Solarenergie vom Firmendach, netzgekoppelte PV-Batteriespeicher-Anlagen, Qualitätssicherung bei PV-Anlagen, regenerative Wärmeerzeugung in privaten Wohngebäuden und E-Mobilität und Photovoltaik.

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Regenerative Wärmeerzeugung in privaten Wohngebäuden – noch freie Kurs-Plätze

Klimaschutzagentur Weserbergland, Klimaschutz, Solar, Solarenergie, Beratung, PV, Photovoltaik, E-Mobilität, Elektromobilität, regenerative Wärmeerzeugung
Foto: mmphoto, AdobeStock

Welche Heizungs- und Anlagentechnik ist klimaneutral, regenerativ und dennoch erschwinglich? Am 22. Oktober 2020 bietet die Klimaschutzagentur Weserbergland in Kooperation mit der target GmbH bei den Stadtwerken Holzminden eine Fortbildung zum Thema „Regenerative Wärmeerzeugung in privaten Wohngebäuden“ an.

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