Privathaushalte investierten rund 1,4 Millionen Euro in die Heizungsmodernisierung und -optimierung

Klimaschutzagentur Weserbergland, Masterplan 100% Klimaschutz, masterplan-weserbergland, Beratung, Heizung, Holzminden, Hameln, Heizungsvisite
Foto: Andrey Popov/Fotolia.com

Ein hoher Energieverbrauch beim Heizen belastet nicht nur den Geldbeutel von Hauseigentümern, sondern macht auch einen großen Anteil an Treibhausgasemissionen aus. Mit dem kostenlosen Beratungsangebot „Heizungsvisite“ behandelt die Klimaschutzagentur Weserbergland die Heizungsmodernisierung und

-optimierung seit 2017 als Themenschwerpunkt. Bereits bei vorherigen Sanierungskampagnen stellte sich heraus, dass viele Hausbesitzer zukünftig vor allem in die Erneuerung der Heizanlage investieren möchten. Dies spiegelt sich nun auch in der Evaluation der Kampagne aus dem vergangenen Jahr wider.

Insgesamt 40 Prozent derjenigen, die die Beratung in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden in Anspruch nahmen, investierten daraufhin in Maßnahmen der Heizungsmodernisierung oder -optimierung. So löste die Heizungsvisite-Kampagne allein im letzten Jahr Investitionen in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro aus. Weitere 13 Prozent der Befragten haben zudem bereits konkrete Maßnahmen für die Zukunft geplant.

 

Zur Beratung waren in 2017 Energieberater der Klimaschutzagentur in der Gemeinde Emmerthal, den Samtgemeinden Bodenwerder-Polle, Bevern und Eschershausen-Stadtoldendorf sowie der Stadt Hessisch Oldendorf und der Hamelner Nordstadt unterwegs. Viele Haushalte aus den Kommunen nahmen das Angebot der kostenfreien vor Ort-Beratung gerne an. So konnten im vergangenen Jahr mit der Heizungsvisite sowie entsprechenden, umgesetzten Maßnahmen insgesamt rund 176.000 kg CO2 pro Jahr eingespart werden. Zur Kompensation einer solchen CO2-Menge hätten sonst beispielsweise 17.600 Bäume gepflanzt werden müssen.

 

Vor allem die ausführlichen und einfachen Erklärungen sowie die Neutralität der Berater wurden sehr hoch geschätzt. „Für mich als Laie war alles sehr verständlich“, erläuterte ein Heizungsvisite-Kunde. Ein weiterer schätzte, dass „im Gespräch auf die verschiedenen Themen der Einsparung eingegangen wird. Der Berater zeigte sich für alle Bereiche offen und zugängig, gab ausgiebig und detailliert Antwort auf unsere Fragen und darüber hinaus. Wir können die Beratung nur weiterempfehlen!“ Zudem machten viele der Befragten die Erfahrung, dass „auch kleine Lösungen schon etwas bringen, die nicht gleich zum Konkurs führen.“

 

„Dass Kosten das größte Hindernis bei der Umsetzung sind, lässt sich auch aus unserer Befragung ableiten“, so Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland, und erläutert weiter: „Auffällig ist jedoch auch, dass viele die Heizungsmodernisierung oder -optimierung durch Eigenkapital finanzieren, obwohl hierfür auch Fördermittel zur Verfügung stünden, über die unsere Energieberater natürlich auch informieren.“ Timm appelliert noch einmal an alle Interessierten, diese Möglichkeiten auch wahrzunehmen: „Versucht man, sich alleine durch die Fördermittel-Landschaft zu arbeiten, erscheint einem der Dschungel an Informationen häufig undurchdringbar. Wir helfen Interessierten natürlich gerne mit unserer Beratung dabei!“

 

Auch in diesem Jahr findet die Heizungsvisite wieder in insgesamt sechs Kommunen der beiden Landkreise statt. Die nächsten Aktionswochen sind im Flecken Delligsen und der Stadt Bad Münder geplant. Durchgeführt werden die Beratungen im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes „clever heizen!“ der Verbraucherzentrale Niedersachsen, der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen und der Klimaschutzagentur Weserbergland. Die Beratungen sind Bestandteil der Gebäude-Energieberatung der Verbraucherzentrale und sind gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Zudem ist die Heizungsvisite eines von vielen Projekten innerhalb des Masterplans 100% Klimaschutz für die Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg.

 

 

Über das Projekt Masterplan 100% Klimaschutz

Insgesamt 22 ausgesuchte Kommunen werden seit dem 1. Juli 2016 durch das Projekt Masterplan 100% Klimaschutz vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Landkreis-Bündnis – bestehend aus Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg – ist eine von ihnen und nimmt damit eine Vorreiterrolle in Sachen CO2-Neutralität und Energiesparkurs ein. Gemeinsam verfolgen die Landkreise das Ziel, in der Region die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent gegenüber 1990 und den Endenergieverbrauch um 50 Prozent gegenüber 2010 zu senken. Mit einer Laufzeit von vier Jahren umfasst das Projekt allein im Weserbergland eine Fördersumme von insgesamt 775.000 Euro und ein Gesamtprojektvolumen von 916.000 Euro. Weitere Informationen finden Sie unter: www.masterplan-weserbergland.de.

 

Über die Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

 

Ihr Ansprechpartner: Daniela Riekenberg, Larisa Purk