Elektromobilität – Heilsbringer oder Ökowahnsinn?

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Foto: Landkreis Holzminden

Der Abgasskandal ist in aller Munde, als sinnvolle Alternative zum Dieselfahrzeug wird von Politik und Wirtschaft der Ausbau der Elektromobilität ins Spiel gebracht. Doch stimmt das wirklich? Im VHS-Bildungszentrum gab es jetzt zu dieser Frage einen Vortrag. Mit großer Resonanz. Denn Horst Roch, Masterplanmanager der Leitstelle Klimaschutz im Landkreis Schaumburg, hatte mit dem Titel seiner Ausführungen eine kontroverse Fragestellung gewählt. „Elektromobilität – Heilsbringer oder Ökowahnsinn?“ lockte etliche Teilnehmer in das Bildungszentrum, die von der Masterplanmanagerin 100% Klimaschutz für den Landkreis Holzminden organisierte Veranstaltung regte zu einer lebendigen Diskussion an.

 

Roch sorgte erst einmal für die nötigen Grundlagen, indem er tiefgründig und sehr informativ in das Thema einführte. Einleitend behandelte er die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Klimaschutz im Allgemeinen und hinsichtlich Elektromobilität im Speziellen. Daran anschließend erfolgte eine fundierte Auseinandersetzung mit verschiedenen wissenschaftlichen Studien zum Thema Elektroauto.

 

Es wurde deutlich, dass der derzeitige Stand der Forschung auf eine positivere Klimabilanz von Elektroautos im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von acht Jahren schließen lässt. Beeinflusst wird die Bilanz dabei vor allem durch den Strommix, der sowohl bei der Produktion des Fahrzeugs einschließlich seiner Batterie als auch bei der Betankung genutzt wird. Je geringer der Anteil fossiler Brennstoffe in diesem Zusammenhang ist, desto positiver fällt die Klimabilanz aus.

 

In der abschließenden Diskussion berichteten darüber hinaus zwei Nutzer von Elektroautos über ihre Erfahrungen im Alltag. Neben einem Umdenken bei der Betankung des Fahrzeugs im Vergleich zum Verbrenner wurde von den Experten vor allem auf die Anwendung intelligenter Ladestrategien und die Nutzung von Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage hingewiesen. Dies verbessere die Klimabilanz des Fahrzeugs und führe zusätzlich zu Kosteneinsparungen.

 

Wer weitere Informationen zum Thema Elektromobilität erhalten bzw. sich im Bereich nachhaltige Mobilität engagieren möchte, der sollte die Möglichkeit nutzen, am neu eingerichteten Arbeitskreis „Nachhaltige Mobilität“ Höxter/Holzminden teilzunehmen. Das nächste Treffen findet am Dienstag, den 08.05., um 20.00 Uhr im Familienzentrum Holzminden statt. Bei Fragen steht Ihnen Frau Dr. Hartmann unter klimaschutzmanagement@landkreis-holzminden.de gern zur Verfügung.

 

Über das Projekt Masterplan 100% Klimaschutz

Insgesamt 22 ausgesuchte Kommunen werden seit dem 1. Juli 2016 durch das Projekt Masterplan 100% Klimaschutz vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Landkreis-Bündnis – bestehend aus Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg – ist eine von ihnen und nimmt damit eine Vorreiterrolle in Sachen CO2-Neutralität und Energiesparkurs ein. Gemeinsam verfolgen die Landkreise das Ziel, in der Region die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent gegenüber 1990 und den Endenergieverbrauch um 50 Prozent gegenüber 2010 zu senken. Mit einer Laufzeit von vier Jahren umfasst das Projekt allein im Weserbergland eine Fördersumme von insgesamt 775.000 Euro und ein Gesamtprojektvolumen von 916.000 Euro. Weitere Informationen finden Sie unter: www.masterplan-weserbergland.de.

 

Über die Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

 

Ihr Ansprechpartner: Daniela Riekenberg, Larisa Purk