Muss es wirklich täglich eine Avocado sein?

Klimaschutzagentur Weserbergland, Masterplan 100% Klimaschutz, private Klimabündnisse, Klimabündnis
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Können Sie beziffern, wie sich Ihr eigener Lebensstil auf die Umwelt auswirkt? Ob in den eigenen vier Wänden oder auf dem Weg zur Arbeit, beim Supermarkt-Besuch, am Frühstückstisch oder auf Reisen – hinter jeder unserer Handlungen im tagtäglichen Leben verbirgt sich noch Potenzial, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dabei kann man schon durch kleine Änderungen und ohne viel Aufwand etwas bewirken. Und das geht jetzt ganz einfach: Freunde oder Nachbarn mobilisieren, privates Klimabündnis gründen, sich solidarisch und „spielerisch“ mit den ganz persönlichen Klimaschutzzielen auseinandersetzen und von vielen Extras profitieren. Der Förderverein der Klimaschutzagentur Weserbergland e.V. und die Klimaschutzagentur Weserbergland starten ab sofort mit dem neuen Projekt „Private Klimabündnisse“. Gesucht werden hierfür Personen aus den Landkreisen Hameln-Pyrmont oder Holzminden, die sich zukünftig gemeinsam in einer kleinen Gruppe – einem sogenannten Bündnis – mit ihrem Alltagsverhalten auseinandersetzen.

Das Klimabündnis besteht dabei aus je vier bis acht Haushalten. „Ein solches Bündnis kann sich aus Personen zusammensetzen, die sich bereits untereinander kennen, wie z.B. Freunde, Nachbarn, Bekannte oder aber auch Verwandte“, so Leonie Grothues, Projektleiterin, und erklärt weiter: „Aber auch einzelne Privathaushalte, die in ihrem näheren Umfeld keine weiteren Interessenten zur Gründung eines Bündnisses finden, können sich bei uns melden. Für diese Fälle haben wir eine Bündnis-Börse mit der wir versuchen, zwischen den einzelnen Interessenten zu vermitteln und daraus Bündnisse entstehen zu lassen.“

 

Noch bis zum 31. Mai 2018 kann man sich als einzelner Privathaushalt oder als Gruppe bei der Klimaschutzagentur anmelden (Infos zur Anmeldung finden Sie hier). Danach erhalten alle Teilnehmer ein eigens für das Projekt konzipiertes Computer-Programm. Mit Hilfe des Programms kann sowohl innerhalb des Bündnisses als auch im eigenen Haushalt der CO2-Ausstoß des eigenen Lebensstils ganz einfach und schnell errechnet und eine Startbilanz erstellt werden. Die Bündnisse haben dann die Möglichkeit, Einsparziele zu formulieren und die CO2-Emissionen und den Energieverbrauch zu dokumentieren. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf den Bereichen Wohnen/Wärme, Mobilität, Ernährung, Konsum/Freizeit und Strom. Bei gemeinsamen Treffen kommt das Bündnis dann gemütlich zusammen, diskutiert die Entwicklungen ihrer Bilanzen, macht sich gemeinsam Gedanken und hinterfragt den routinierten Lebensstil.

 

„In Gesprächen mit Teilnehmern des bereits bestehenden Springer Klimabündnisses wurde klar, dass Familien sich schnell in eine neue Rolle hineindenken. Sie wollen das Klima schützen, aber sie wollen auch nicht zu viel aufgeben. Vor allem wollen sie am Ende auch das selbst gesteckte Ziel erreichen können“, erläutert Grothues. Rudolf Rantzau, Mitglied des Springer Klimabündnisses, ergänzt: „Man fällt Entscheidungen und „erlebt“ „im Zeitraffer“ die Folgen des eigenen Handelns. Alle Teilnehmer bekommen „spielerisch“ fundierte Einblicke in die Klima-Problematik, können sich mit anderen austauschen, Strategien für ein klimafreundliches Leben ausprobieren und daraus Schlüsse für das eigene Verhalten ziehen. Plötzlich wird deutlich, wo unsere größten Einsparpotentiale liegen!“

 

Neben dem Beitrag zum Klimaschutz und dem Erfahrungsaustausch mit Freunden und Bekannten gibt es jedoch noch weitere gute Gründe für eine Teilnahme am Projekt. Auf alle Teilnehmenden warten noch zahlreiche Vorteile. So erhalten sie gratis Eintritt zu Events der Klimaschutzagentur Weserbergland, wie z.B. der Klima-Küchen-Show im September. Die Bündnisse dürfen sich zudem auf ein exklusives Treffen mit dem Promi-Koch freuen. Für Fragen stehen allen Teilnehmern die Experten der Klimaschutzagentur zur Verfügung, es gibt die Möglichkeit zur Teilnahme an spannenden, themenbezogenen Ausflügen sowie regelmäßige Extras passend zu den Handlungsbereichen, um Alternativen kostenlos kennen zu lernen.

 

Haben Sie Interesse an der Teilnahme? Oder weitere Fragen? Sind Sie auf der Suche nach Bündnis-Partnern? Dann melden Sie sich bei Leonie Grothues unter 05151/95788-33 oder per Mail an grothues@klimaschutzagentur.org.

 

Das Projekt „Private Klimabündnisse“ des Fördervereins der Klimaschutzagentur Weserbergland e.V. ist seit September 2017 eines von insgesamt 60 Nachbarschaftsprojekten, das vom Bundesministerium für Umwelt, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags mit der Initiative „Kurze Wege für den Klimaschutz“ gefördert wird. Das Ziel: mehr Bewusstsein für einen klimaschonenden Lebensstil bei Privathaushalten schaffen. Das Projekt Private Klimabündnisse ist somit auch Bestandteil des Masterplans - 100% Klimaschutz für das Weserbergland. Mit Unterstützung der Klimaschutzagentur Weserbergland sollen nun bis Mitte 2018 bis zu zehn private Klimabündnisse in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden gegründet werden.

 

 

Über das Projekt Masterplan-100 % Klimaschutz

Insgesamt 22 ausgesuchte Kommunen werden seit dem 1. Juli 2016 durch das Projekt Masterplan-100 % Klimaschutz vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Landkreis-Bündnis – bestehend aus Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg – ist eine von ihnen und nimmt damit eine Vorreiterrolle in Sachen CO2-Neutralität und Energiesparkurs ein. Gemeinsam verfolgen die Landkreise das Ziel, in der Region die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent gegenüber 1990 und den Endenergieverbrauch um 50 Prozent gegenüber 2010 zu senken. Mit einer Laufzeit von vier Jahren umfasst das Projekt allein im Weserbergland eine Fördersumme von insgesamt 775.000 Euro und ein Gesamtprojektvolumen von 916.000 Euro. Weitere Informationen finden Sie unter: www.masterplan-weserbergland.de.

 

Über die Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

 

Ihr Ansprechpartner: Daniela Riekenberg, Larisa Purk