60 Kinder ließen sich bei KlimAkademie zu Klimaschützern ausbilden

KlimAkademie, KliMotion, Klimaschutzagentur Weserbergland
Foto: KSA

Insgesamt 60 Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont haben sich gestern bei der KlimAkademie zu Klimaschützern ausbilden lassen. Anhand von Gruppenaufgaben, Spielen und Workshops tasteten sie sich an die Themen Klimawandel, Klimaschutz und Klimagerechtigkeit sowie an die einhergehenden globalen Herausforderungen heran. Die Akademie für Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren wurde von der Umwelt-Jugendinitiative KliMotion und der Klimaschutzagentur Weserbergland zum ersten Mal veranstaltet.

„Wir freuen uns über den großen Ansturm auf unser neues Angebot“, so Dorian Maerten von der Klimaschutzagentur Weserbergland. Bereits im Vorfeld war das Interesse für die KlimAkademie sehr groß. „Leider konnten nicht alle Interessenten teilnehmen. Wir mussten die Teilnehmerzahl auf 60 begrenzen, um die Inhalte der Akademie bestmöglich vermitteln zu können. Dies wäre in zu großen Gruppen nicht möglich gewesen“, erklärt Maerten und fügt hinzu: „Diejenigen, die deswegen in diesem Jahr nicht teilnehmen konnten, haben aber bereits Interesse an der nächsten Akademie bekundet.“

 

Für alle, die einen der begehrten Plätze ergattern konnten, begann der Ausbildungstag bereits in der Früh. Um 8.00 Uhr empfingen die Organisatoren KliMotion und Klimaschutzagentur die Kinder in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums mit einer kurzen Einführung. Nach einem gemeinsamen Brainstorming zum Thema Klimaschutz folgte ein Rollenspiel. Hier schlüpften die Schülerinnen und Schüler dann in die Rollen von Eisbären, Inselbewohnern und Co. und spielten verschiedene klimabedingte Szenarien und deren Auswirkungen auf ihre Figur nach. In einer gemeinsamen Runde wurde dann anschließend über Gründe und Verantwortlichkeiten der dargestellten Szenarien diskutiert.

 

Mittags zog es dann alle ins Freie: bei einer Waldwanderung wurde angeregt darüber gesprochen, warum der Wald für uns Menschen und das Klima überhaupt so wichtig ist. Bei weiteren Spielen wie dem „Meinungsstrahl“ und einem „Weltverteilungsspiel“ zum Thema globale Klimagerechtigkeit ließen die Teilnehmenden den Mittag ausklingen.

 

Nachmittags folgten dann insgesamt vier Workshops, in denen die Kinder in Kleingruppen erneut aktiv werden konnten. Im Energie-Workshop wurden Modelle von Dampfmaschine, Solarhaus und Windrad vorgestellt, Funktionsweisen erklärt und es wurde darüber gesprochen, wie es sich bei der Energiegewinnung mit dem CO2 Ausstoß verhält. Im Bastel-Workshop hingegen war Upcycling angesagt: aus früher genutzten Plastiktüten bastelten die jungen „KlimAkademiker“ Drachen. Gleichzeitig wurde jedoch auch die Problematik von Plastik und Klima-/Umweltschutz erläutert sowie über die richtige Entsorgung und Alternativen gesprochen. Die Möglichkeit des Upcyclings sollte verdeutlichen, dass bereits im Umlauf befindliche Dinge wie Plastiktüten oder alte Kleidung, die irgendwann in den Müll wandern, noch weiter verwendet werden können. Denn um nachhaltig zu handeln, sollten Rohstoffe nicht verschwendet werden. Im Workshop zu Handlungsoptionen ordneten die Teilnehmenden – erneut in Form eines Spiels – Handlungen wie „mit dem Fahrrad fahren“ oder „mit dem Flugzeug fliegen“ einem entsprechenden Wert an CO2 Ausstoß zu und entwickelten so ein Verständnis für den Zusammenhang ihrer Handlungen und ihrem eigenen ökologischen Fußabdruck. Beim Workshop „Cheeseburger Experiment“ ging es dann um die Wurst: Akribisch sezierten die Schülerinnen und Schüler einen Cheeseburger und seine Komponenten und warfen einen scharfen Blick auf die Verpackung. Gemeinsam wurde überlegt, was eigentlich alles in so einem Burger steckt. Welche Prozesse gehören zur Herstellung und welche Ressourcen werden benötigt? Welche Auswirkungen hat ein Burger mit seinen verschiedenen Bestandteilen für das Klima?

 

Zum Abschlussevent am frühen Abend stießen dann auch Familien und Freunde hinzu. In einem kurzen Vortrag zeigten die neu ausgebildeten Klimaschützer gleich ihr Erlerntes und machten dem Publikum deutlich, wieso Klimaschutz so wichtig ist. „Wir müssen verhindern, dass weiterhin unschuldige Menschen die Klimafolgen unseres Verhaltens ausbaden. Das betrifft Menschen im globalen Süden genauso wie künftige Generationen, denen wir einen schönen Planeten hinterlassen sollten“, erklärte ein Teilnehmender und machte ganz deutlich: „Jeder kann seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Summe der Bemühungen jedes einzelnen Menschen kann am Ende einen großen und wichtigen Unterschied machen.“ Für ihr Engagement erhielten alle Kinder ein Zertifikat, überreicht von der parlamentarischen Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller. Frau Lösekrug-Möller war jedoch nicht nur für die Auszeichnung vor Ort – die KlimAkademie fand unter ihrer Schirmherrschaft statt. Zudem unterstützte die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung das neue Angebot von Klimaschutzagentur Weserbergland und KliMotion mit insgesamt 3.170,00 Euro.

 

Ebenfalls unterstützt wurden die Organisatoren von der Stadt Hameln, den Stadtwerken Weserbergland, der Volksbank Hameln-Stadthagen, der Firma Neudorff und dem Backhaus Wegener.

 

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Weitere Informationen unter www.bingo-umweltstiftung.de.

 

Ihr Ansprechpartner: Daniela Riekenberg, Larisa Purk