Auf energetischem Rundgang jetzt auch in der Stadt Peine

Angesichts knapper werdender Energieressourcen und dramatischer Preisentwicklungen in den vergangenen Jahren setzen die Kommunen verstärkt auf effiziente Energieverwendung: Und die Klimaschutzagentur Weserbergland spielt mit ihrem Expertentum niedersachsenweit eine bedeutende Rolle. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) holte die gemeinnützige Beratungsinstanz als Kursleiter für kommunale Energiemanager nach Hannover.

 

 

„Im Rahmen dieses landweiten Angebots verpflichtete uns jetzt die Stadt Peine als Coach für Hausmeister und Gebäudeverantwortliche“, erklärt Jan Norrmann, der bei der Klimaschutzagentur Weserbergland fürs kommunale Energiemanagement verantwortlich ist.

 

In 16 ausgesuchten Liegenschaften war Norrmann mit den einzelnen Hausmeistern unterwegs – immer auf der Suche nach Energiefressern und Defiziten rund um die Technik. Mit entsprechenden  Datenloggern wurden im Vorfeld Raum- und Heizungstemperaturverläufe (Vor- und Rücklauftemperaturen) über mehrere Tage  aufgezeichnet und ausgewertet, konnten in kürzester  Zeit Schwachstellen der Gebäudetechnik analysiert werden. Funktioniert die Nachtabsenkung der Heizungsanlage? Ließen sich sämtliche Regulierungsmöglichkeiten ausschöpfen? Wurden die Heizungsrohre richtig gedämmt?: Eine positive Antwort auf all diese Fragen bringt immer eine Einsparung von Energie mit sich. „Nicht immer müssen es nämlich große Investitionen sein, die zu Energieeinsparungen und Kostensenkung führen“, so Norrmann. Rund 10 bis 15 Prozent des Energieverbrauchs und damit der Energiekosten in größeren Gebäuden könnten durch ein angepasstes Nutzerverhalten und die richtige Bedienung der technischen Anlagen eingespart werden.

 

Als Herren der öffentlichen Gebäude nehmen die Hausmeister beim kommunalen Energiemanagement eine zentrale Position ein. Norrmann:  „Sie sind die Schnittstelle zwischen den Nutzern und der Technik und müssen deshalb genau wissen, wie die Anlagen bedient und regelmäßig an die veränderten Nutzungsbedingungen angepasst werden.“  In der Stadt Peine überprüfte der Diplom-Ingenieur zusammen mit seinen Kollegen Raumtemperaturen in verschiedenen Bereichen wie in Klassenräumen, Fluren, Büroräumen und Turnhallen. Außerdem testete das Agentur-Team  die Heizungsregelung, nahm gemeinsam mit den Hausmeistern Optimierungen bei Schalt- und Nutzungszeiten, bei der Nachtabsenkung und ähnlichem vor. Die Beleuchtungsbedingungen wurden unter die Lupe genommen, Verbesserungen aufgelistet. Und auch die Wasserdurchflüsse waren Thema bei den Expertenrundgängen durch Rathaus, Bahnhof, Betriebshof, Schulen, Kitas, Verwaltungshallen und Flüchtlingsunterkünften. Im Bericht der Klimaschutzagentur Weserbergland finden sich nicht nur nüchterne Zahlen zu Energieverbräuchen, ebenfalls gibt es handfeste Anleitungen zur Einstellungsregelung. Gefundene Schwachstellen wurden im Detail analysiert. Ein Aufgabenkatalog mit energetisch sinnvollen Lösungen schloss sich an. „In der Essenz haben wir der Stadt Peine vielfältige energetische Einsparmöglichkeiten aufgezeigt.“

 

Norrmann ist überzeugt, dass Investitionen in Energiereduzierungen sowohl Klimaschutz- als auch Konjunkturmaßnahme sind. Mit dem wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Betrieb öffentlicher Einrichtungen nehme die Kommune eine Vorbildfunktion wahr. Kommunale Programme in diesem Bereich würden ebenfalls private Investitionen in energieeffiziente Maßnahmen anstoßen und Arbeitsplätze in der Region sichern.

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk