Modellhaushalte profitieren doppelt

Modellhaushalte für den Energiecheck waren gefragt – und die Resonanz war einfach überwältigend.Insgesamt bewarben sich fast 50 Haus- oder Wohnungsbesitzerim Rahmen der Energiespar- Kampagne , die die Klimaschutzagentur Weserbergland gemeinsam mit den Stadtwerken Hameln sowie dem BUND Hameln-Pyrmont initiiert. „Unsere Modellhaushalte sollen intelligent Energie sparen“, sagt Thomas Kuper, Energiefachmann vom BUND. Der hiesige Bund für Umwelt- und Naturschutz ist Erfinder des Hameln-Pyrmonter Energiechecks.

Zehn Haushalte sind ausgewählt worden als Vorreiter der Energiesparprofis im Landkreis. Sie werden öffentlich begleitet.Ergebnisse werden beispielsweise auf der Homepage der Klimaschutzagentur Weserbergland, der Stadtwerke Hameln und des BUND Hameln-Pyrmont publik gemacht. Für die Offensive gibt’s Sachleistungen wie moderne Beleuchtungsmittel in Höhe von durchschnittlich 300 Euro pro Haushalt.

 

Die Hausberatungen vor Ort ergaben interessante An- und Aussichten. Immer wieder entdeckte der Energiefachberater Einsparungsmöglichkeiten bei Beleuchtung, Kühl- und Gefriergeräten. „Oft sind nur einfache Änderung beim Gebrauch - zum Beispiel bei der Zubereitung der Mahlzeiten – nötig“, betont Kuper. Das bedeute keine Verminderung der Lebensqualität, sondern nur ein Umdenken. Viele Energieverluste ergeben sich durch den unnötigen Verbrauch im Stand-by-Modus. Allein in der Bundesrepublik werden per anno über 3,5 Millionen Euro für den Stand-by-Betrieb ausgegeben. „Das sind pro Haushalt 115 Euro im Jahr, die sich ganz einfach einsparen lassen“, rechnet der BUND-Experte vor.

 

In jedem Modelhaushalt gibt es Potenzial zur Einsparung. Zum Beispiel beim Herz jeder Heizung, der Heizungspumpe, kann der Verbrauch erheblich reduziert werden. „Alte Umwälzpumpen können wahre Stromfresser sein, die jährlich Mehrkosten in Höhe von 150 Euro verursachen“, erläutert Kuper. „Neue Hocheffizienzpumpen verursachen nur ein Bruchteil dieser Kosten.“Immer lohnt es sich für die Heizungsanlage einen hydraulischen Abgleich vornehmen zu lassen. Die richtige Einstellung des Heizsystems beinhaltet der hydraulischen Abgleich, der das Problem der ungleichmäßigen Wärmeverteilung löst. Der Heizungsfachmann (zu finden unter der Rubrik „Energie-Profis“ auf der Homepage der Klimaschutzagentur Weserbergland -www.klimaschutzagentur.org) erstellt eine Heizlastberechnung für jeden einzelnen Raum, dokumentiert die Werte und stellt diese dann an den Thermostatventilen jedes Heizkörpers ein.

 

Bei den Vor-Ort-Beratungen entdeckte der BUND-Experte oftmals auch Geräte an „falschen“ Standorten. Kühlgeräte befanden sich beispielsweise im Heizungsraum oder in Nähe eines Kamins. Durch das Umstellen der Geräte konnten bereits erste Einsparungen erzielt werden.

 

Kuper warb außerdem für „den oft belächelten Sparduschkopf". Dieser reduziertden Wasserverbrauch erheblich, ohne dass auf den gewohnten Komfort verzichtet werden muss. In der Regel ist der Sparduschkopf auch recht widerstandsfähig gegen Verkalkung, da das Wasser stets bewegt wird und sich Kalkablagerungen durch die hohen Wassergeschwindigkeiten leicht wieder lösen.

 

Echte Energiesparleuchten im doppelten Wortsinn sind die LED-Lampen. Im Vergleich zur herkömmlichen Glühbirne spart eine LED-Leuchte (Light Emitting Diode) bis zu 90 Prozent der Energie ein, die die klassische Glühbirne in vergleichbarer Stärke benötigen würde. Kuper betont weitere Vorteile: „Die LED-Lampe hat eine bis zu 25-mal höhere Lebensdauer im Vergleich zu der herkömmlichen Glühlampe.“ Viele weitere Energiespartipps und Informationen zur Energieeffizienz erhalten die Modellhaushalte im Rahmen der Kampagne.

 

Wer sich generell für das Thema „Energie sparen im Haushalt“ interessiert, meldet sich bei der Klimaschutzagentur Weserbergland, HefeHof 22, 31785 Hameln. Das Service-Telefon ist montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr und donnerstags sogar bis 19 Uhr besetzt (0 51 51 / 9 57 88 77). 

 

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk