Klimafreundlich ins neue Jahr starten

Silvester feiern - das funktioniert auch klimafreundlich: "Bei Traditionen an die Umwelt denken", ruft Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland, auf. So lasse sich der gute Vorsatz fürs neue Jahr, "etwas für die Umwelt zu tun", schon in der Silvesternacht umsetzen.

Beispielsweise könne man statt Böller die Korken der Sektfalschen knallen lassen und die berühmte Vorhersage könne man ganz "bleifrei" zelebrieren. Durch das Erhitzen beim Bleigießen werde giftiges Bleioxid freigesetzt, "dass durch die Atemluft direkt in den Körper gelangt". Würden Bleireste und Wasser noch dazu falsch entsorgt, könnten bleiorganische Verbindungen entstehen. "Die zählen zu den stärksten Umweltgiften", betont Timm. Als Alternative zum Bleigießen könnte man ja auf den guten alten Kaffeesatz setzen.

 

Auch für den Kauf der edlen Tropfen zum Anstoßen hat Timm einen Tipp parat. Flaschen mit Korkverschlüssen sollten gewählt werden. Die Alternativen aus Pastik würden eine der ältesten Kulturlandschaften Europas in Gefahr bringen: die Korkeichenwälder im Mittelmeerraum.

 

Explizit weist der Klimaschutzfachmann auf die Feinstaubbelastung durch das Silversterfeuerwerk hin. Wenn Feuerwerkskörper abbrennen, steigt die Belastung der Luft mit Schadstoffen explosionsartig an, heißt es zudem aus dem Umweltbundesamt. Zu großen Teilen bestünde der Feuerwerksqualm aus Feinstaub.

 

Laut Umweltbundesamt ist es erwiesen, dass sich Feinstaub negativ auf die Atemwege auswirkt. Asthmatiker hätten einen erhöhten Medikamentenbedarf und Krankenhausaufnahmen wegen Herz-Kreislauf-Problemen seien in der Silvesternacht vermehrt zu verzeichnen.

 

Auswertungen des Umweltbundesamtes zeigen: Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Luftbelastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Deshalb animieren die Experten, zur Verminderung der Feinstaubbelastung in der Silvesternacht das persönliche Feuerwerk einzuschränken oder sogar ganz darauf zu verzichten.

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk