Politik ist sich einig: "Klimaschutz geht alle an."

Bis zum Jahr 2100 wird von einem mittleren globalen Temperaturanstieg zwischen 1,8 und 4 Grad Celsius ausgegangen. Das betont das Umweltbundesamt. Eine solche Temperaturänderung wäre größer als alle während der letzten Jahrhunderte beobachteten natürlichen Temperaturschwankungen. Sie erfolgt mit einer Schnelligkeit, wie sie in den letzten 10.000 Jahren nicht vorkam, heißt es. Für die Klimaschutzagentur Weserbergland Grund genug, im Rahmen ihrer offiziellen Feierlichkeiten zum fünfjährigen Bestehen zur spezifische Podiumsdiskussion einzuladen. Und dafür konnte das Kompetenzteam wahrlich hochkarätige Talkgäste gewinnen: die Bundestagsabgeordneten Jutta Krellmann (Linke), Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) und Michael Vietz (CDU) sowie politische Experten aus dem Landtag wie Dr. Stefan Birkner (FDP) und Anja Piel (Grüne/Bündnis 90).

Unter fachkundiger Leitung von TV- und Rundfunk-Moderator Michael Thürnau skizzierte die Polit-Runde gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland, Tobias Timm, die „Klimaszenarien 2100“. Thürnau als Fachmann von der BINGO Umweltstiftung führte ins Thema ein mit Power-Point-Präsentation sowie Daten und Fakten. Aus Szenarienrechnungen benannte er wesentliche Klimaänderungen - zum Beispiel die Veränderungen bei den Niederschlägen, die regelrechte Klimawandel-Regionen enstünden ließen.

 

Starkniederschlagsereignisse würden in ganz Europa weiterhin zunehmen. Besonders in Südeuropa häuften sich dagegen Dürreperioden, die zudem länger andauern könnten. Hitzewellen würden häufiger, intensiver und dauerten länger. Im Winter nähmen die kalten und Frosttage weiter ab. Am stärksten würden die Iberische Halbinsel, Mitteleuropa einschließlich des Alpenraumes, Ostküste der Adria und Südgriechenland durch extreme Temperaturen beeinflusst. „Insgesamt ist zu erwarten, dass vor allem der Süden Europas durch negative Effekte als Folge von Klimaänderungen betroffen sein wird“, erklärte Thürnau. Besonders in mediterranen Regionen würden Wüstenbildung, Wasserknappheit und Waldbrände zunehmen.

 

Thürnau konfrontierte die Diskutanten sowie die Gäste des Festakts mit dramatischen Zahlen. In der Arktis seien die durchschnittlichen Temperaturen in den vergangenen 100 Jahren doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt gestiegen. „Ist unsere Welt noch zu retten?“, so seine provokante Frage. Ja, indem die Gesellschaft, jeder einzelne seinen Beitrag dazu leiste, waren sich Politiker und Agentur-Geschäftsführer einig. Überhaupt spielte die übliche Parteien-Konkurrenz keine Rolle an diesem Nachmittag. Bundestags- wie Landtagsabgeordnete betonten einhellig, dass das Thema Klimaschutz in Berlin wie auch in Hannover eine wichtige Rolle spiele.

 

Viele Bereiche wie Gesellschaftspolitik, Bildungspolitik, Gesundheitspolitik und natürlich in vorderster Linie Umweltpolitik würden vom Wandel beim Klimawandel profitieren. „Wie will die Politik die Senkung der Treibhausgasemissionen noch stärker vorantreiben?“. Dr. Stefan Birkner (FDP) antwortete auf Thürnaus Frage mit der Bestätigung eines großen Maßnahmenkatalogs der Klimaschutzagentur Weserbergland, indem er auf die Dringlichkeit der groß angelegten energetischen Modernisierung in Deutschland hinwies.

 

Mit den Erfolgs-Beratungskampagnen „Mach der Haus fit!“, „Solar-Checks“ und „Heizungsvisite“ unterstützt das Kompetenzteam rund um Geschäftsführer Tobias Timm sowieso schon die von der Politik geforderte Motivation zur Altbauten-Sanierung. „Denn in den betagten Gebäuden liegt der Schlüssel zur Realisierung der ehrgeizigen Ziele, erheblich CO2 einzusparen.“ Mit gelungenen Sanierungen von alten Bauten ließen sich bis zu 80 Prozent Energie einsparen und damit auch Treibhausgasemissionen im großen Stil.

 

„Welche Priorität hat das Thema Umweltschutz in Berlin und in Hannover?“, eine weitere wichtige Frage in der Runde, die der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Vietz mit absoluter Überzeugung mit dem bedeutendsten Thema der Zeit verknüpfte: der Flüchtingspolitik. Durch die Klimaveränderungen und deren Auswirkungen würden sich künftig noch mehr Menschen auf der Flucht vor der Naturgewalt auf den Weg machen in sicherere Gefilde. „Wenn wir mittelfristig die Ursachen von weltweiten Fluchtbewegungen und regionalen Krisen überwinden wollen, müssen wir dringend handeln.“

 

Investitionen in erneuerbare Energien standen für die Parlamentarische Staatssekretärin der SPD, Gabriele Lösekrug-Möller, ganz oben auf der Agenda. „Alle müssen mitmachen beim Klimaschutz“. Auch die Landtagsabgeordnete der Grünen, Anja Piel, beschrieb den Klimaschutz als Gemeinschaftsaufgabe nicht nur der Parteien jeglicher Couleur, sondern der gesamten Gesellschaft. Die Beratungsoffensiven der Klimaschutzagentur Weserbergland für die Öffentlichkeit sei ein gutes Beispiel. Und Agentur-Chef Timm ergänzte: „Wir holen die Menschen dort ab, wo sie mit ihrem Informationslevel zum Klimaschutz stehen.“ Die Bundestagsabgeordnete der Linken, Jutta Krellmann, unterstrich die Forderung, dass vielmehr Anreize für die Zunahme der Elektromobilität geschaffen werden müssten. Auch in diesem Punkt waren sich Politik und Klimaschutzagentur-Geschäftsführer Timm einig – genauso wie bei der Einschwörung auf gemeinschaftliches Engagement für den Wandel beim Klimawandel.

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk