Umstrittene Stromtrasse wird neu geplant

„Wir stellen bei uns die Weichen, damit wir so schnell wie möglich mit den Vorbereitungen für Neu- und Umplanungen bei SuedLink beginnen können“, kündigte heute Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung des Übertragungsnetzbetreibers TenneT, mit Blick auf die Anfang Juli von der Koalition vereinbarten Eckpunkte zum Stromnetzausbau an. Diese beinhalten unter anderem einen Vorrang für Erdverkabelung bei der Gleichstromverbindung SuedLink.

TenneT sehe die Möglichkeit, Gleichstrom-Erdkabel bei SuedLink zu verwenden als Chance für mehr Akzeptanz der notwendigen Stromverbindung. Allerdings müsse die Politik schnell Klarheit über die konkrete Ausgestaltung der Eckpunkte zur Erdverkabelung schaffen, forderte Keussen: „Wichtig ist, dass Politik und Genehmigungsbehörde die richtigen Rahmenbedingungen für Neuplanungen schaffen, die bei einem Erdkabel-Vorrang notwendig wären. Nur so kann der durch die neuen Planungen entstehende Zeitverzug bei SuedLink eingedämmt werden.“

 

Außerdem rief er die Politik auf, die neuen Erdkabelkriterien im Gesetz zeitnah zu konkretisieren. Damit die Planungen zügig voran gehen können, müsse im Falle einer Neuplanung außerdem der Untersuchungsraum für einen Erdkabelkorridor im Rahmen des Planungsverfahrens von der Genehmigungsbehörde deutlich eingegrenzt werden, die Kriterien für die Korridorfindung müssten schnell fest stehen und klar definiert sein und die Genehmigungsverfahren müssten zügig ablaufen.

 

Das 21 Landkreise starke Bündnis gegen die bislang geplante Stromtrasse begrüßt das Vorhaben von TenneT, neue Rahmenbedingungen umzusetzen und zügig mit den Neuplanungen zu beginnen. Friedel Heuwinkel, Landrat des Kreises Lippe und stellvertretender Sprecher der so genannten „Hamelner Erklärung“ betonte aber auch die weitere Forderung der Landkreise-Gemeinschaft nach Transparenz bei den aktuellen Planvorhaben. „Wir hoffen, dass alle weiteren Planungen, vor allem wenn es um Umweltverträglichkeit und andere wichtige Dinge geht, im engen Dialog mit allen möglichen Betroffenen stattfinden.“ Weiterhin sieht das Bündnis auch die Politik in der Verantwortung, möglich zeitnah die genauen Rahmenbedingungen und Vorgaben zu kommunizieren, um Fakten zu schaffen, mit denen TenneT arbeiten könne.

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk