Heerburg-Quartier unter der energetischen Lupe

Start frei fürs energetische Quartierskonzept der Heerburg: Der Flecken Coppenbrügge hat jetzt der Klimaschutzagentur Weserbergland den Auftrag erteilt. Nachdem die KfW-Bankengruppe einen entsprechenden Antrag bewilligt hat, beginnen die Energie-Fachleute nun mit der Analyse des Wohngebietes im Westen des Fleckens. Die Anwohner wurden bereits informiert, dass die Mitarbeiter der Agentur in ihrem Viertel unterwegs sein werden. Über einen Zeitraum von etwa einem Jahr werden die Experten alle wichtigen Daten über die Energieversorgung erheben. Ziel des Quartierskonzeptes ist, wirtschaftliche Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz bei der Beheizung der Gebäude im zirka 20,5 Hektar großen Wohnviertel Heerburg aufzuzeigen. Dazu werden einerseits Sanierungspotenziale bei den einzelnen Gebäuden untersucht, zum anderen wird die Möglichkeit einer Nahwärmeversorgung geprüft.

„Neu ist der integrierte Konzeptansatz“, erklärt Dorian Maerten von der Klimaschutzagentur Weserbergland. „Wir erarbeiten nicht nur Vorschläge für energetische Sanierungsmaßnahmen und Lösungen für die Wärmeversorgung und Energieeinsparung, sondern auch Mobilitätskonzepte und Empfehlungen für die technische und soziale Infrastruktur.“ Dabei seien gemeindebauliche, ökologische, denkmalpflegerische, baukulturelle, wohnungswirtschaftliche und soziale Belange zu berücksichtigen. Der Ausbau des Breitbandinternets, die Erneuerung des Niederspannungsnetzes sowie die Gehwegsanierung stehen zudem auf der Agenda der Maßnahmenpläne.

 

„Wichtig ist ebenfalls, dass von Anfang an alle Akteure, insbesondere die Eigentümer mit einbezogen werden“, betont der Klimaschutzmanager. Geplant sind Informationsveranstaltungen für alle Immobilienbesitzer vor Ort. Darüber hinaus werden die Anwohner schriftlich und auch persönlich angesprochen. Für Fragen und Anregungen stehen die Mitarbeiter der Klimaschutzagentur jederzeit persönlich zur Verfügung. Einbezogen in den Prozess sind außerdem die Stadtwerke Weserbergland, die die nachhaltige Entwicklung von Siedlungsgebieten unterstützen, sowie die Betreiber der angrenzenden Biogasanlage und des benachbarten Hallen- und Freibades.

 

Ziel ist die Erstellung einer Energie- und CO2-Bilanz für das Quartier, das im ersten Schritt in den 60er Jahren gewachsen und im zweiten zwischen 1970 und 1980 weiter bebaut worden war. Mit den ermittelten Daten im Rahmen der energetischen Bestandsaufnahme ermittelt das Team der Klimaschutzagentur das Potenzial der energetischen Sanierung, der Energie- und Wärmeversorgung sowie erneuerbarer Energiequellen. Auf diese Weise werden im Quartier mögliche Standorte identifiziert, an denen sich beispielweise ein Nahwärmeverbund lohnt.

 

Für die Konzepterstellung wurden dem Flecken bereits Fördermittel aus dem Programm „Energetische Stadtsanierung“ in Höhe von 40.166 Euro bewilligt. Das macht 65 Prozent der Gesamtaufwendungen aus. Darüber hinaus unterstützt die N-Bank mit weiteren 20 Prozent (10000 Euro). „Durch die aktive Unterstützung des Fleckens Coppenbrügge kann der finanzielle Eigenanteil der Kommune stark reduziert werden“, so Maerten.

 

Das energetische Quartierskonzept könne eine wichtige Säule für die Gestaltung einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft Coppenbrügges darstellen, meint Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland. Vor allem ließen sich die Gebäudeeffizienz im Quartier und in der Kommune steigern sowie der CO2-Ausstoß mindern.

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk