Landwirtschaftsminister unterstützt Bündnis

Rückenwind für die "Hamelner Erklärung" aus Hannover: Das Bündnis der Landkreise gegen die geplante SuedLink-Trasse hatte in einem Brief an den für die Raumordnung zuständigen niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer um Unterstützung gebeten. Jetzt kam das Antwortschreiben, indem Meyer Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels und Kollegen versichert, dass sein Ministerium im Dialog mit TenneT und der Bundesnetzagentur stehe und frühzeitig auf Konflikte im Trassenverlauf hinweisen werde. Auch werde die Landesregierung darauf drängen, dass Alternativen und Maßnahmen zur Konfliktentschärfung geprüft werden.

Bartels, der auch Sprecher des Bündnisses ist, freut sich über die Unterstützung aus dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Die Landesregierung habe demnach erkannt, dass nicht nur die aktuelle Trasse, sondern auch bereits die in den Planungen befindliche Folgetrassen erhebliche Auswirkungen auf die Menschen vor Ort, das Landschaftsbild und die Entwicklungsmöglichkeiten ganzer Regionen massiv und nachhaltig nach sich ziehen würden. Der Landrat betonte aber gleichermaßen, dass weder die Landkreise noch die meisten Bürgerinitiativen die Trasse als solche ablehnten. "Grundsätzlich ist allen Beteiligten klar, dass der Windstrom aus dem Norden  in den Süden muss," meint Bartels. Dies ließe sich technisch ohne weiteres auf dem Wege der Erdverkabelung realisieren, nennt der Landrat die favorisierte Variante.

Argumente gegen die Erdverkabelung, die mit höheren Kosten und einer längeren Realisierungszeit definiert werden, sieht er als nicht haltbar. Denn den zu erwartenden doppelten finanziellen Aufwand durch die Erdkabel-Lösung  müssten die erheblichen Kosten durch Landschaftsverbrauch und Wertverlust gegenüber gestellt werden. "Bei ganzheitlicher Betrachtung ist die Erdverkabelung in jedem Fall die günstigere und einem fortschrittlichen Industrieland würdigere Lösung", erklärt Bartels.

Ende April wird die Änderung des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes (NABEG), der rechtlichen Grundlage für die Erdverkabelung, zum ersten Mal im Bundestag thematisiert. Am Tag vor der Befassung laden die Vertreter der 21 Landkreise der „Hamelner Erklärung“ die Abgeordneten zu einer umfassenden Informationsveranstaltung in die niedersächsische Landesvertretung ein. "Wir werden über den neuesten Stand der Technik informieren, aussagekräftiges Informationsmaterial überreichen und schließlich deutlich machen, welchen Schaden eine Freileitung quer durch Deutschland anrichten würde."

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk