Landkreis sagt "Nein" zu Plastiktüten

Plastik kommt nicht mehr in die Tüte(n) – Hameln-Pyrmont soll bis 2020 frei von Kunststofftaschen werden. Eine hehre Vision, die die Klimaschutzagentur Weserbergland und die Umwelt-Jugendinitiative „KliMotion“ in Kooperation mit dem Landkreis anstreben. „Die tragende Rolle beim Einkauf übernimmt dafür der klassische Umweltbeutel“, wünscht sich Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland, für die Zukunft. „Unser Landkreis ohne Plastiktüten“ – eine Kampagne, die durchaus zur Vorbildaktion für andere Kommunen avancieren soll. Für den sehenswerten Auftakt haben die Klimaschutz-Akteure bewusst den zweiten Adventssonnabend gewählt, einen der Haupteinkaufstage des Jahres: Am 6. Dezember ziehen Mitarbeiter der Klimaschutzagentur und Jugendliche der Hamelner Lokalgruppe „KliMotion“ zwischen 10 und 16 Uhr durch Hamelns Innenstadt, sammeln Plastiktüten ein und verteilen dafür umweltschonende Stoffbeutel.

Übersehen werden kann die engagierte Gruppe nicht: In tierischen Kostümen wollen die Umweltschützer zum einen auf die durch den Klimawandel bedrohten Tierarten hinweisen und außerdem explizit mit ihrem Credo „… denn Plastik ist untragbar!“ herausragen. Bei ihnen darf man sich die attraktive Umwelttasche abholen, händigt dafür eine oder gleich mehrere der üblichen Tragetaschen aus Plastik aus.

 

Die stellvertretende Landrätin Ruth Leunig unterstützt die aufrüttelnde Aktion am Nikolaustag. Ab 14 Uhr wirbt sie vor dem Haupteingang der Stadtgalerie für einen Landkreis ohne Plastiktüten und animiert die Passanten zum Mitmachen. „Jeder Bürger kann dazu beitragen, den Verbrauch von Plastiktüten zu verringern und damit einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten“, betont auch Dorian Maerten, der bei der Klimaschutzagentur Weserbergland verantwortlich für die Kampagne zeichnet.

 

5,3 Milliarden Plastiktüten werden laut Statistischem Bundesamt in Deutschland pro Jahr verbraucht. Meist landen sie im Hausmüll und werden verbrannt, statt wiederverwendet oder wiederverwertet zu werden. „Plastiktüten sind überall,umspülen die Füße am Strand, bilden Müllteppiche und ganze Landschaften“, mahnt Klimaschutzagentur-Chef Timm. Für den Verbraucher seien die Plastiktüten zwar oft kostenlos. „Dennoch kommen sie uns teuer zu stehen – weil für die Produktion wertvolles Rohöl, Strom und Wasser eingesetzt werden.“

 

750 Umwelttaschen aus zertifizierter Bio-Baumwolle haben die Klimaschutz-Akteure bei ihrem Zug durch die Fußgängerzone am Sonnabend dabei. Einen Beutel nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) mit Trendsetter-Potenzial gibt’s bei Abgabe der umweltbelastenden Plastetragetüte(n). Und: Mit einer spektakulären Aktion klingt die Tauschinitiative am späten Nachmittag aus. Plakativ lassen Klimaschutzagentur und „KliMotion“ die Sammlung aus Kunststoff über dem Himmel schweben – per heliumgefüllten Riesenluftballon. „Damit die Bandbreite des vermeidbaren Mülls deutlich wird“, betont Klimaschutzmanager Maerten.

 

„Unser Landkreis ohne Plastiktüten“ – spätestens bis 2020 soll das Ziel der Akteure Wirklichkeit werden. „Wir hoffen auf jeden einzelnen Bürger. Jeder kann mitmachen, jeder kann die Idee weitertragen“, so Maerten.

 

Gewinnen kann man im Rahmen der Kampagne außerdem. Beim angeschlossenen Kunstwettbewerb wird ein Motiv für eine "Hameln-Pyrmont-Tasche" gesucht. Geplant ist, die umweltfreundliche Baumwolltasche gemeinsam mit zahlreichen Einzelhändlern im Landkreis einzuführen und so möglichst viele Plastiktüten zu verdrängen. Alle Generationen können kreativ werden. Ob regional bezogen, persönlich geprägt oderumweltspezifisch – den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Entwürfe fürs regionale Taschen-Motiv können bis zum 31. März 2015 an die Klimaschutzagentur Weserbergland, HefeHof 8, 31785 Hameln, oder per E-Mail an maerten@klimaschutzagentur.org geschickt werden. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk