Solarthermie und Photovoltaik im Vergleich

Solarthermie und Photovoltaik im Vergleich. Viel wird geschrieben über die Photovoltaik; wenig über Solarthermie. Photovoltaik erzeugt Strom, Solarthermie erzeugt Wärme. Ist der Fokus auf PV gerechtfertigt oder ist er vielleicht politisch nur gewollt? Ist die PV die bessere erneuerbare Energie oder bietet die Solarthermie mehr? Die nicht-kommerzielle Umweltschutz-Plattform im Internet energy-mag hat jetzt die Effizienz der beiden Energieerzeugungsarten untersucht. Fragen zur Solarenergie werden ebenfalls beantwortet im Rahmen der aktuellen Solar-Check-Kampagne der Klimaschutzagentur Weserbergland. In Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen ist die kostenlose und neutrale Informationsoffensive jüngst gestartet.

Was das bedeutet? Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern in der Region können sich unentgeltlich und professionell rund um die Möglichkeiten zur Nutzung von Solarenergie informieren lassen. Ist die Immobilie für die Installation einer Solaranlage geeignet, wie viel Energiekosten lassen sich sparen, welche Förderprogramme gibt es? Antworten auf diese Fragen und noch viele weitere spezifische Informationen geben die Experten der Klimaschutzagentur – qualifiziert, neutral und kostenlos, und vor allem direkt vor Ort in den vier Wänden des jeweiligen Interessenten. Mit dem neuen Solar-Check können private Hauseigentümer schnell und unkompliziert die technischen und finanziellen Rahmenbedingungen für die Anschaffung einer eigenen Solaranlage recherchieren.

 

Nach Angaben des neutralen Online-Magazins zur Energiewende in Deutschland, für mehr Energieeffizienz und Erneuerbare Energien, energy mag, handelt sich sowohl bei der Solarthermie als auch bei der Photovoltaik um ausgereifte Technologien. Photovoltaikanlagen erzeugen Strom, der zum größten Teil ins allgemeine Stromnetz eingespeist wird, wofür eine gesetzlich vorgeschriebene Einspeisevergütung gezahlt wird. Solarthermieanlagen dienen primär der Warmwasserbereitung, können aber auch zur Heizungsunterstützung beitragen.

 

Die Solarthermie basiert aus einem denkbar einfachen Prinzip. In einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert die so genannte Solarflüssigkeit, eine Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel. Auf dem Dach befinden sich Solarkollektoren, in denen diese Flüssigkeit durch die Sonne erwärmt wird. Im Keller des Hauses befindet sich ein Wärmespeicher, wobei es sich laut energy-mag idealerweise um einen modernen und hochwertigen Schichtspeicher handeln sollte. Über einen Wärmetauscher gibt die auf dem Dach erwärmte Solarflüssigkeit ihre Wärmeenergie an diesen Speicher ab. Das so erwärmte Wasser kann direkt entnommen und als Trinkwasser verwendet werden oder zum Heizen verwendet werden. Strom aus Sonne zu erzeugen ist deutlich komplizierter. PV-Anlagen erreichen lediglich einen Wirkungsgrad von zirka 20 Prozent, werden aber durch die Einspeisevergütung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes einseitig gefördert.

 

Kennzeichnend für die Photovoltaik ist laut energy-mag, dass Sonnenlicht direkt – also ohne Zwischenschritte – in elektrischen Strom umgewandelt wird. Diese Technologie sei deutlich anspruchsvoller als die Solarthermie, die im Kern darauf beruhe, dass alles heiß werde, was lange genug in der Sonne liege. Herzstück einer Photovoltaikanlage seien die auf dem Dach montierten Solarmodule. Diese würden Licht in Strom umwandeln.

 

Solarkollektoren haben nach Angaben von energy-mag einen deutlich höheren Wirkungsgrad als Photovoltaik-Module. Moderne Kollektoren erreichten Wirkungsgrade von etwa 90 Prozent, allerdings würden in den Leitungen, in den Wärmetauschern und im Speicher weitere Verluste auftreten. Die Gesamtanlage erreiche so meist einen Wirkungsgrad von knapp 50 Prozent. Verglichen damit sei der Wirkungsgrad einer Photovoltaikanlage mit rund 20 Prozent eher bescheiden. Laut Umweltschutz-Plattform ist dafür verantwortlich, dass das Sonnenlicht ein breites Spektrum umfasst, das von langwelliger Wärmestrahlung (infrarot) bis zu kurzwelliger ultravioletter Strahlung reicht. Jede Art von Strahlung könne in Wärme umgewandelt werden, aber mit Photovoltaikanlagen ließe sich nur ein kleinen Teil des Spektrums in Strom umwandeln.

 

Die Wirkungsgrade der beiden Techniken sprechen eine deutliche Sprache. Der Vergleich der erzeugten Gesamtenergie sagt laut energy-mag allein wenig aus. Es sei kein Zufall, dass eine Kilowattstunde Strom deutlich teurer ist als eine Kilowattstunde Heizwärme. Strom sei deutlich schwieriger zu erzeugen, auch bei der in Kraftwerken vorgenommenen Umwandlung von Wärme in Strom würden hohe Verluste auftreten. Wohl deswegen werde die Photovoltaik zumindest heute noch großzügiger gefördert als die Solarthermie.

 

„Wer auf Solarenergie setzt, kann nicht nur Heiz- oder Stromkosten senken, sondern auch ein großes Stück Unabhängigkeit von der Energiepreisentwicklung gewinnen“, betont Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland. Mit einer Solaranlage auf dem Hausdach oder auf Nebengebäuden ließe sich zudem der Wert der Immobilie steigern.

 

Weitere Informationen und Anmeldungen für die kostenlosen Solar-Checks: bei der Klimaschutzagentur Weserbergland, HefeHof 8, 31785 Hameln, Telefon: 05151/95788-0, E-Mail: info@klimaschutzagentur.org.

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk