Dämmen lohnt sich doch

Die Potenziale im Gebäudebestand zur Energie- und CO2-Einsparung sind gewaltig, werden aber nach wie vor nicht ausgenutzt. Noch immer bestimmen zahlreiche Irrtümer die öffentliche Diskussion um die zweite Säule der Energiewende. Sanierer sind verunsichert und zögern energetische Modernisierungsarbeiten hinaus. Die „Mythen der energetischen Gebäudesanierung“ widerlegt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) jetzt in einer aktuellen Veröffentlichung. Die Broschüren sind ab 15. Dezember kostenlos bei der Klimaschutzagentur Weserbergland erhältlich.

„Thermische Sanierungen könnten den Wärmebedarf bestehender Gebäude bis zu 70 Prozent reduzieren“, meint Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland. Wer beispielsweise die Gebäudehülle seines Hauses durch energetische Sanierungsmaßnahmen aufwerte und die Technik auf den neuesten Stand bringe, könne für seine Immobilie Niedrigenergiehaus-Niveau erreichen. Der Grund: „Im Gebäudebestand- da liegt der Schlüssel“, so Timm – und damit meint er, dass 80 Prozent aller bestehenden Gebäude vor der ersten Wärmeschutzverordnung entstanden seien und dass diese für einen möglichst großen Erfolg in Sachen CO2-Reduzierung energetisch saniert werden müssten.

 

Allein mit dem Bau von neuen Niedrigenergiehäusern könne das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung, die CO2-Emmission bis 2020 um 40 Prozent zu senken, nicht erreicht werden. Und auch dem Klimaschutzkonzept des Landkreises entsprechend (nachzulesen unter www.hameln-pyrmont.de) muss der Energieendverbrauch deutlich reduziert werden. Die CO2-Emmissionen sollen bis 2020 um 20 Prozent gesenkt werden.

 

Die Deutsche Umwelthilfe möchte mit ihrem neuen Hintergrundpapier mit Vorurteilen über die energetische Sanierung aufräumen: So amortisieren sich Dämmstoffe energetisch beispielsweise in kurzer Zeit. Gedämmte Fassaden halten genauso lange wie normale und eine Veralgung lässt sich vermeiden. Die Kosten für Wärme steigen seit dem Jahr 2000 um etwa 100 Prozent – eine Sanierung ist künftig also noch rentabler.

 

Der Gebäudesektor ist für rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs verantwortlich. Mit ihrer neutralen Modernisierungskampagne „Mach Dein Haus fit“ konnte die Klimaschutzagentur Weserbergland bereits zahlreiche energetische Sanierungsmaßnahmen in der Region initiieren. Dadurch hat die gemeinnützige Einrichtung in der Region kräftig eingespart. 20.000 Tonnen CO2-Ausstoß konnten allein durch die Maßnahmen nach Erstberatungen rund um energetische Sanierung und im Rahmen der „Mach Dein Haus fit“-Kampagne allein im ersten Jahr der Aktion vermieden werden. Im Laufe eines Jahres werden regelmäßig rund 1000 Vor-Ort-Beratungen im Rahmen der „Mach Dein Haus fit“-Kampagne im Landkreis Hameln-Pyrmont durchgeführt.

 

Und die Klimaschutzagentur löste mit ihrer energetischen Informationsoffensive sogar ein kleines Konjunkturprogramm aus. 6,55 Millionen Euro wurden auf Anraten der Klimaschutzagentur insgesamt in private energetische Sanierungen in der Region gesteckt. Im Mittelwert investierten die Modernisierer rund 21.000 Euro. Zehn Prozent der Immobilienbesitzer ließen sogar 50.000 bis 100.000 Euro in Sanierungen fließen. Fördermittel, unter anderem aus dem KfW- sowie BAFA-Programm, nahm ein Fünftel der Bauherren in Anspruch. Die meisten Modernisierer zahlten die komfortverbessernden und energetischen Baumaßnahmen mit Eigenkapital.

 

Neutral stellt sich die Informationskampagne „Mach Dein Haus fit“ dar, kostenlos ist das gesamte Angebot für die Bürger. Termine für die Beratung daheim können mit dem Team der Klimaschutzagentur in Hameln (HefeHof 8) rund ums Jahr vereinbart werden. Die Energieberater informieren vor Ort über die verschiedenen Möglichkeiten der energetischen Modernisierung des jeweiligen Hauses. Bei Fragen und für Terminvereinbarungen gibt’s das Service-Telefon, das montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr besetzt ist (0 51 51 / 9 57 88-0).

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk