70 Prozent der Heizungen nicht auf aktuellem Stand

Mehr als 70 Prozent der Heizungen in Deutschland sind nicht auf dem aktuellen Stand der Technik und verbrauchen mehr Energie als nötig. Mit modernen Brennwertkesseln lassen sich beispielsweise 10 bis 20 Prozent Heizenergie einsparen. In Kombination mit einer Solarthermie-Anlage sind sogar größere Einsparungen möglich. Dennoch hat ein Heizkessel in Deutschland laut der co2online-Gebäudedatenbank im Schnitt 24 Jahre auf dem Buckel.

Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland, ist überzeugt, dass dringend recherchiert werden müsse, warum die Verbraucher noch zögerlich sind, den alten Heizkessel tauschen zu lassen. Darum habe die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online einen bundesweiten Praxistest im Rahmen der Kampagne „Meine Heizung kann mehr“ gestartet, der darüber Aufschluss geben soll. Die Klimaschutzagentur Weserbergland ist Partner bei der Kampagne.

 

Auf www.meine-heizung.de wird ein halbes Jahr lang die Recherche rund um den Heizkesseltausch bei sechs Verbrauchern dokumentiert. „Mit unserem Test wollen wir genau erfahren, warum sich Verbraucher für oder gegen den Austausch des Kessels entscheiden“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. Mit diesem Wissen sollen die Verbraucher künftig noch besser im Rahmen der kostenlosen und neutralen Beratung durch die Klimaschutzagentur informiert werden, ergänzt Timm.

 

Die Verringerung der persönlichen Energiekosten ist nur einer der Pluspunkte nach einem Heizkesseltausch. Zusätzlich bedeuten effizientere Heizanlagen auch einen geringeren CO2-Ausstoß.

 

Nach Schätzungen des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) müssten in Deutschlands Kellern rund 14 Millionen Heizkessel dringend erneuert werden. Die Heizung ist der größte Energieverbraucher in deutschen Haushalten. Raumwärme und Warmwasserbereitung machen rund 85 Prozent des gesamten Verbrauchs aus. Wer sparen will, sollte also der Heizung und dem Heizkessel besondere Beachtung schenken.

 

Mit dem „Praxistest Brennwert“ wird ein Leitfaden entwickelt, der Verbraucher Schritt für Schritt beim Austausch des alten Kessels unterstützt. Angefangen von der Suche nach den richtigen Informationen über die Frage nach Finanzierungsmöglichkeiten bis zu Energieeinsparungen durch den hydraulischen Abgleich nach dem Kesseltausch. Dabei werden die Erfahrungen und Tipps der Testteilnehmer zusätzlich von Heizungsexperten kommentiert und ergänzt. So erhalten Verbraucher durch den Test einen praktischen Fahrplan für ihren persönlichen Heizkesseltausch.

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk