"In Niedersachsen gibt es nichts Vergleichbares"

Mehrere hundert Besucher bei zwei Dutzend Veranstaltungen – die Umwelttage Weserbergland prägten eine abwechslungsreiche September-Woche im Hameln-Pyrmonter Veranstaltungsprogramm. Und avancierten mit ihrer Vielseitigkeit zum absoluten Highlight in punkto Klimaschutz-Aktionen.

Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland, bringt es denn so auf den Punkt: „Mit den Umwelttagen Weserbergland bieten wir eine einzigartige Veranstaltungsreihe rund um den Klimaschutz. In ganz Niedersachsen gibt es nichts Vergleichbares, was die große Vielfalt angeht.“ Ein Argument auch für die Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen, die das großartige, einwöchige Projekt der Stadt Hameln, des Lokalsenders radio aktiv und der Klimaschutzagentur Weserbergland unterstützt hatte.

Bereits zum Auftakt mit dem Tag der Umwelt im Bürgergarten punkteten die Umwelttage Weserbergland, die in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfanden, mit prominenter Beteiligung (unter anderem mit Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel) und einem gewaltigen Potenzial an ehrenamtlichen Aktivitäten. Ralf Hermes, Vorsitzender des BUND, ist darum auch besonders stolz auf die freiwillig Engagierten in Sachen Umwelt- und Klimaschutz. „Das sind diejenigen, die die Region ein Stück nach vorne bringen.“ Und: „Wir brauchen noch mehr Menschen, die sich für den Wandel beim Klimawandel einsetzen.“ Denn dieses Thema sei die bestimmende Aufgabe der Zukunft, betonte er bei der Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen des Natur- und Umweltschutzzentrums zum Abschluss der Umwelttage Weserbergland.

Anstatt Mauern zu errichten, die Männer und Frauen abwehren sollen, die vor Krieg, Armut und Klimawandel flüchten, sollten lieber im Wohlstandland verstärkt Netzwerke gebildet und ausgebaut werden, die sich für die Natur, für die erneuerbaren Energien stark machen würden.

Die Stärke der Gemeinschaft war ebenfalls ein wichtiger Leitgedanke beim Tag der Umwelt im Bürgergarten. Darum plädierten die Organisatoren im Rahmenprogramm für die Verbindung „Inklusion und Umweltschutz“. „Die Teilhabe am öffentlichen und politischen Leben auch für Randgruppen als Menschenrechtkönnte das Umwelt- wie Klimaschutz-Netzwerk einer Region stärken“, erklärt Timm. Für die Untermauerung dieser These sorgten die Auftritte der inklusiven Kindertanzgruppe aus dem Studio „Bellabina“ sowie von Joyful Noise, dem inklusiven und multikulturellen Chor mit Bandleader Greg Perrineau an der Spitze. Der charismatische Musiker feierte ehemals Erfolge als Frontsänger der 70er-Jahre-Hit-Band „Eruption“.

Hochkarätig präsentierten sich ebenfalls die Höhepunkte der Veranstaltungswoche im Zeichen der Umwelt. Mit Charme, großem Wissen und plakativen Thesen überzeugte beispielsweise Sven Plöger bei seinem Vortragsevent in der Hamelner Sumpfblume. Ausdrücklich plädierte er für erneuerbare Energien als Versorgungskraft der Zukunft. Und in der KLIMA-KÜCHEN-SHOW mit Sternekoch Achim Schwekendiek und Landwirtschaftsminister Christian Meyer wurde anschaulich und im locker-leichten Ambiente über die Vorteile von regionalen Lebensmitteln und der vegetarischen Küche geplaudert. Nebenbei wurden unkomplizierte Energiespartipps zum Kochen der Klimaschutzagentur Weserbergland serviert.

Mit hohen Besucherzahlen und aktuellem Expertenwissen konnte auch das Energie-Symposium im Weserbergland-Zentrum einen großen Erfolg verbuchen. Für den Umweltschutz warben unter anderem zahlreiche „bunte“ Veranstaltungen wie die S-Bahn-Taufe in Emmerthal, die Kinderleicht-Aktion bei der Dewezet oder das Puppentheater „Lila Bühne“mit naturnahen Figuren. Filme, Wald- Fahrrad- und Stadtführungen, Rundgänge durchs Klärwerk, Informationsabende bei Fachunternehmen, diverse Fachvorträge, Fahrrad-Werkstatt und Umsonst-Boutique sowie die ISFH-Schülerakademie rundeten das Programm ab. Mehr als hundert Schüler der vierten bis achten Klassen aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont begegneten spielerisch dem Thema „Klimaschutz und Energiespar-Kurs“ beim Energie-Erlebnistag auf dem Gelände der Stadtwerke in Kooperation mit der Klimaschutzagentur Weserbergland. Und eine weitere Besonderheit war die erste Pflanzenbörse der KreisAbfallWirtschaft am Entsorgungspark Hameln, für die es – wie für so viele der Aktionen im Rahmen der Umwelttage Weserbergland – eine Fortsetzung geben soll.

„Dem Klimaschutz sind ambitionierte Ziele gesetzt“, erklärt Timm. Und während vielerorts immer noch nur geredet werde, „machen wir es im Weserbergland ganz einfach.“ Die große Breite an Initiativen und Projekten zeige, wie es funktioniert. „Damit sind wir an der Spitze der Bewegung dabei.“ Der Geschäftsführer spricht für das gesamte Planungsteam, wenn er sagt, dass „es großen Spaß macht, im Weserbergland den Klimaschutz mit zu gestalten. „Deshalb beginnen wir schon in der kommende Woche damit, die Umwelttage 2015 zu planen.“

 

 

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk