Klimadialog setzt Signale

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ist zuversichtlich. Statt still abzuwarten, seien die Staaten dabei sich in Sachen Klima wieder zu bewegen. Auch mit finanzieller Unterstützung der Bundesregierung. Beim Fünften Petersberger Klimadialog in Berlin kündigte jetzt Bundeskanzlerin Angela Merkel an, Deutschland werde sich mit 750 Millionen Euro an einem globalen Klimafonds beteiligen, mit dem der Ökoenergie-Ausbau weltweit gefördert werden soll.

Merkel sieht gute Chancen für einen Durchbruch beim globalen Klimaschutz. Für ein neues internationales Abkommen 2015 stehe der grobe Rahmen bereits fest, „jetzt muss die Welt Farbe bekennen“, mahnte die Bundeskanzlerin vor Umweltministern aus 35 Staaten.

Erfreut nahm Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland, die positiven Signale der Bundeskanzlerin zur Kenntnis. „Die Bundesregierung erweitert noch einmal ihre Bemühungen in Sachen Klimaschutz. Damit investiert Berlin in die Zukunft und macht weltweit drauf aufmerksam, wie wichtig die Aktivitäten in diesem Bereich sind.“ Außerdem werde damit die Bedeutung des Umweltschutzes allgemein in der Öffentlichkeit untermauert. „Jeder einzelne kann seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“ Wer darauf achte, intelligent Energie zu sparen, schone nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel.

Bundesumweltministerin Hendricks zog zum Abschluss des Klimadialogs ein positives Fazit: "Es herrscht Aufbruchstimmung in der internationalen Klimapolitik.“ Zahlreiche Länder würden an neuen, ehrgeizigeren Klimazielen für das globale Abkommen arbeiten, das 2015 beschlossen werden soll. Der Petersberger Klimadialog fand unter der Leitung von Hendricks und ihrem peruanischen Amtskollegen Manuel Pulgar Vidal statt.

Bei der Klimakonferenz in Warschau 2013 hatten sich die Staaten darauf verständigt, möglichst bis März 2015 ihre jeweiligen nationalen Klimaschutz-Beiträge für das geplante neue Abkommen vorzulegen, das ab 2020 gelten soll. Hendricks zeigte sich zuversichtlich, dass gerade die großen Emittenten wie die EU, die USA und China sich an diese Frist halten werden und dass eine Vielzahl kleinerer Länder ihnen folgen wird. "Bis zur Klimakonferenz im Herbst 2015 in Paris ist dann zu prüfen, ob die Beiträge der Staaten fair verteilt sind und ausreichen, um die 2-Grad-Obergrenze einzuhalten", sagte Hendricks.

Deutschland sei auf diese Debatte gut vorbereitet. "Wir wollen unsere Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 senken. Wir gehen also mit gutem Beispiel voran", sagte Hendricks. In der EU setzt sich die Bundesregierung dafür ein, bis 2030 mindestens 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen.

Hendricks versprach zudem den Entwicklungsländern Unterstützung, die technische Hilfe bei der Erarbeitung von eigenen, anspruchsvollen Klimaschutzbeiträgen brauchen. "Wir haben in Deutschland reichlich Erfahrung mit der Erarbeitung von Klimaschutzmaßnahmen und der Berechnung ihrer Wirkungen. Diese Erfahrungen geben wir gerne weiter." Bislang unterstützt das Bundesumweltministerium über die Internationale Klimaschutzinitiative 19 Entwicklungsländer aus allen Weltregionen dabei, neue Klimaziele als Beitrag zum 2015er Klimaabkommen zu erarbeiten. So zum Beispiel Peru, Armenien, Vietnam, Gambia und den Libanon. Mittel zur Unterstützung weiterer Länder stehen zur Verfügung.

 

 

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk