Klimaschutz und Biologische Vielfalt unter einem Dach

Wie bringt man Wärmedämmung und Artenschutz unter einen Hut beziehungsweise unter ein Dach? Antworten auf diese Frage fanden sich bei der gemeinsamen Informationsveranstaltung vom hiesigen BUND und der Klimaschutzagentur Weserbergland. Gut besucht war das Hamelner LaLu im HefeHof, als die Experten rund um Klima- und Naturschutz mit ihrer Informationsoffensive das wichtige Thema „Naturschutzmaßnahmen bei energetischer Sanierung“ in die Diskussion brachten.

Die Wärmedämmung der Fassade verhindert Wärmeverluste und senkt den Energieverbrauch. „Dies ist gut für die Umwelt und den Geldbeutel“, betonte Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland, in seiner Begrüßungsansprache. Doch bliebe bei den Baumaßnahmen oft der Lebensraum für Schwalben, Mauersegler und Fledermäuse auf der Strecke. Dabei ließen sich die Anforderungen des Artenschutzes leicht umsetzen – „und die kleinen Künstler der Lüfte vertilgen als Nützlinge viele lästige Insekten“. Das enge Zusammenleben von Mensch und Tier biete einen Gewinn für beide Seiten.

Das machte auch Birte Berlemann vom BUND-Landesverband Niedersachsen in Ihrem Vortrag deutlich. Die Diplom-Umweltwissenschaftlerin hat die Federführung bei dem BUND-Projekt „Klimaschutz und Biologische Vielfalt unter einem Dach“. Sie stellte dar, dass Gebäudemodernisierungen als Chance gesehen werden sollten, um Artenschutzbelange aufzugreifen und sowohl bestehende Brut- und Lebensstätten zu erhalten als auchzu ersetzen. Sogar neue Nistplätze ließen sich im Rahmen der energetischen Maßnahmen schaffen, indem Nistkästen oder Fledermausquartiere an die Fassade angebracht oder in die Dämmung integriert werden.

Diplom-Ingenieur Gerhard Krenz informierte im Namen der Klimaschutzagentur Weserbergland über das Thema Wärmedämmung allgemein. Mit einer guten Dämmung von Fassade, Dach und Keller ließen sich Heizkosten halbieren. Wenn das Haus zu einem so genannten Passivhaus umgewandelt würde, seien sogar Einsparungen von bis zu 90 Prozent der Heizkosten möglich. Explizit stellte der Architekt die Vorteile ökologischer Dämmstoffe wie Holz, Hanf, Schafwolle, Schilf, Kokos, Zellulose, Flachs und Kork vor.

Bei der Wärmedämmung sollten Materialien gewählt werden, die selbst umweltschonend sind und nicht bei der Herstellung oder aufgrund der chemischen Zusammensetzung Schadstoffe enthalten beziehungsweise freisetzen, die zum Treibhauseffekt oder zur Ozonzerstörung beitragen oder gesundheitsschädigende Auswirkungen haben. Voraussetzungen für richtiges Dämmen seien eine genaue Analyse des Problems und die Wahl der langfristig sichersten, technisch optimalsten Lösung sowie die richtige Bemessung der ökologischen Dämmstoffdicke. Nicht nur die Energieersparnis, sondern auch die erzielte Schadstoffreduktion müsse berücksichtigt werden. Um optimale Ergebnisse bei der Wärmedämmung zu erzielen, solle diese auch dem Stand der Technik angepasst werden.

„Steigenden Energiepreisen können Sie dann gelassen entgegen sehen“, ergänzte Timm. Auch die Umwelt freue sich, denn weniger heizen bedeute auch weniger Abgase und weniger klimaschädliches Kohlendioxid. Und die meisten Schimmelprobleme könne man mit einer fachgerechten Wärmedämmung ebenfalls in den Griff bekommen. Wem der Werterhalt seines Hauses wichtig sei, der komme an einer zeitgemäßen Wärmedämmung ohnehin nicht vorbei. „Denn ,Energieschleudern‘ haben auf dem Immobilienmarkt schlechte Karten“, argumentierte Timm.

 

 

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk