Fair Future - Klimaschutzagentur diskutiert mit

Die Natur ist die Lebensgrundlage des Menschen. Eine dauerhaft gute Lebensqualität kann nur mit einer intakten Umwelt aufrechterhalten werden. Weltweit lässt sich der Verbrauch der natürlichen Vorräte mit dem „Ökologischen Fußabdruck“ messen. Genau die Faszination und Bedeutung dieses Themas führte zum aktuellen Themenschwerpunkt einer Projektwoche im Beruflichen Gymnasium und der Fachoberschule in Hameln. Als Abschluss des Projekts hatten die Schüler eine Podiumsdiskussion in der Handelslehranstalt gewählt.

Entscheider aus Politik und Wirtschaft stellten sich im Forum den Fragen der Projektteilnehmer. Was ist ein Ökologischer Fußabdruck konkret? Welche Aussage verbirgt sich hinter dieser Größenangabe? Wie ist das Prädikat des „fairen Footprint“ zumindest im Ansatz zu erreichen? – Antworten auf diese Fragen dokumentierten rund 80 Schüler des 12. Jahrgangs im Rahmen ihrer Aktionswoche. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit der Experten-Talkrunde.

Die Geschäftsführerin der Stadtwerke Hameln, Susanne Treptow, Dorian Maerten von der Klimaschutzagentur Weserbergland, der Fachbereichsleiter "Umwelt und technische Dienste" der Stadt Hameln, Ralf Wilde, Hans-Jürgen Hesse, Projektleiter der Weserbergland AG, sowie Sebastian Moritz vom BUND Hameln-Pyrmont steuerten Fachwissen bei und stellten ihre Ansichten zur Diskussion. Die Moderatoren, die Schüler Florian Muhs und Viet Phong Nguyen, befragten die Forumsgäste kritisch nach ihrem eigenen umweltgerechten Verhalten und schätzten danach die jeweilige Größe des Ökologischen Fußabdrucks. Nicht verwunderlich: Der Durchschnittswert der Diskutanten entsprach dem der deutschen Bevölkerung. Schlummernde Optimierungspotentiale waren bei fast allen zu finden.

Der Fußabdruck der Menschheit misst gegenwärtig 2,2 globale Hektar (gha). Rechnerisch würden jedem Menschen 1,8 gha zustehen. Der Verbrauch der Menschen übersteigt die Tragfähigkeit der Erde also um etwa 20 Prozent (Didaktisches Konzept zum Ökologischen Fußabdruck im Schulunterricht, Unterrichtsmaterialien zum Ökologischen Fußabdruck). Der Ökologische Fußabdruck ist ein Umweltindikator. Er bündelt zahlreiche Umweltdaten und Wirkungszusammenhänge zu einem einzigen aussagekräftigen Wert. Dadurch ermöglicht der Ökologische Fußabdruck eine fortlaufende Beobachtung und Bewertung, ein sogenanntes „Monitoring“, der globalen Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt. Mit dem Ökologischen Fußabdruck lassen sich die Auswirkungen verschiedener Verhaltensweisen oder Lebensstile abschätzen. Damit können ökologisch sinnvollste Verhaltensweisen ausfindig gemacht und Grundlagen für nachhaltige umweltpolitische Maßnahmen geschaffen werden.

„Fair Future? - Wege zur Verkleinerung des Ökologischen Fußabdrucks“ hieß die große Frage bei der Podiumsdiskussion. Unter anderem gab es großes Lob für das Umweltbewusstsein der Aktiven in der Handelslehranstalt selbst. Die HLA führt landkreisweit die Energiesparliga an und ist darum als "PrimaKlima-Schule 2013" ausgezeichnet worden.

Ein weiterer Schwerpunkt bei den Themen in der Talkrunde: die Arbeitsbedingungen in der weltweiten Textilproduktion und den zumeist nicht fairen Handelsbedingungen. Dem Kauf von fairen Produkten größere Bedeutung einzuräumen als dem Kostenbewusstsein, wurde allgemein appelliert. Hans-Jürgen Hesse von der Weserbergland AG gab zu bedenken, dass aufgrund sozialer Missstände und der damit zusammenhängenden Verteilungsungerechtigkeit im Land die Prinzipien der Freiwilligkeit zur Unterstützung des fairen Handels schnell an ihre Grenzen gelangen würden. Wiederholt sprach sich der städtische Fachbereichsleiter Ralf Wilde für eine stärkere Regulierung aus, um das Ziel der Ressourcenschonung nicht aus den Augen zu verlieren. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass sich die Bürger Deutschlands im Vergleich zu anderen Bevölkerungen der Welt in privilegierten Situationen befänden und darum in der Lage seien, den Fairness-Gedanken nicht nur im Kopf zu tragen, sondern diesen auch umzusetzen.

 

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk