Energiespartipps zum Weltklimatag am 16. November

Der Klimawandel schreitet voran. Internationale Umweltkonferenzen bleiben ohne zukunftsweisende Erfolge. „Es liegt daher an jedem Einzelnen in unserer Gesellschaft, durch das Einbringen seiner persönlichen Fähigkeiten etwas zum Schutz des Klimas beizutragen“, sagt Tobias Timm. Der Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland animiert im Zusammenhang mit dem Weltklimatag am 16. November einmal mehr zu Energieeinsparungen.

Durch den Klimawandel ist die Welt ist aus dem Gleichgewicht geraten. In den Polarregionen ist der Temperaturanstieg dabei dreimal so hoch wie im globalen Durchschnitt und nirgends ist die globale Erwärmung so sichtbar wie hier. Klimawandel gab es schon immer, aber noch nie in einer so rasanten Geschwindigkeit. Die Natur kommt mit der Anpassung nicht mehr hinterher. Das Arktis-Eis wird völlig verschwinden, wenn die Treibhausgase weiter stark zunehmen.

Das verheerende Schmelzen könnte gestoppt werden – theoretisch jedenfalls. Wenn künftig weniger klimaschädliches Kohlendioxid ausgestoßen wird, kann der Wandel beim Klimawandel erreicht werden. „Jeder kann mitmachen beim Sparen“, betont Timm – und hat zum Weltklimatag am kommenden Sonnabend Energiespartipps parat, die jeder leicht und sofort umsetzen kann.

„Bedenken Sie, mit welchen einfachen Mitteln Sie bereits im Haushalt Energie sparen können“, so Timm. Er empfiehlt beispielsweise: „Auf Energiesparlampen setzen!“. Die würden im Vergleich zur Glühlampe nicht nur 80 Prozent Strom und Betriebskosten sparen, sondern auch 80 Prozent CO2 bei der Herstellung. Kräftig einsparen in barer Münze und auch an umweltzerstörenden Schadstoffen kann man, wenn man Fernseher, DVD-Player, Sat-Receiver oder Stereoanlagen generell nicht im Stand-by-Betrieb ruhen lässt. „Die Geräte verbrauchen dabei bis zu 100 kWh pro Modell und Jahr.“ „Ganz ausschalten!“, heißt also das Motto bei Betriebspausen.

Wer effizient und energiesparend hauswirtschaften will, sollte außerdem bei jedem Waschgang die Maschine immer voll beladen. Aktuelle Waschmittel reinigen die Wäsche auch bei niedrigen Temperaturen, die für weniger Verbrauch und damit auch für weniger Umweltbelastung sorgen. Wer Wäsche mit 30 statt mit 40 Grad wäscht, spart im Jahr 50 kg an CO2-Ausstoß. Timm verdeutlicht die Notwendigkeit: „ Um 50 Kilogramm an Treibhausgasemissionen auszugleichen, müssten mehr als 8 Bäume gepflanzt werden.“

Timm weiß, dass Kühl- und Gefrierschränke wertvolle Unterstützung bei der Hauswirtschaft leisten. Mit den richtigen Tipps könne aber auch bei Einsatz dieser stromfressenden Geräte Energie eingespart werden. Das Abtauen von Eisschichten ab 1cm Dicke beispielsweise spare Strom und Platz. „Je dicker die Eisschicht im Gefrierfach, desto höher der Energieverbrauch.“ Außerdem: „Je umfangreicherder Kühlschrank bestückt ist, desto geringer ist der Stromverbrauch. Statt Lebensmittelkann auch ein Polystyrol -Block in den Kühlschrank gestellt werden.“

Besonders wichtig sei es auch, sich um das vielfältige Thema Heizen Gedanken zu machen. Wer beispielsweise zugige Fenster nachträglich isoliere, könne bei einer Ölheizung bis zu 375 Kilogramm CO2 im Jahr vermeiden; selbst bei einer Gasheizung seien es noch 300 kg. „Die Investition in Dichtungsband lohnt sich: In einem Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern können Sie pro Jahr 1250 Kilowattstunden Energie und 75 Euro einsparen.“

Noch mehr Geld sparen lasse sich, wenn die Betriebszeiten der Heizung dem jeweiligen Bedarf angepasst würden. Die Verwendung von programmierbaren Thermostatventilen mit Nachtabsenkung vermindere den Ausstoß von CO2 um durchschnittlich 540 kg pro Jahr. „Sie verringern Ihre Energiekosten im Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern um 135 Euro per anno“, betont Timm.

Wenn Heizkörper fiepen oder gluckern, wenn Heizkörper unterschiedlich warm werden, „kann das an der Einstellung des Heizsystems liegen“, erklärt der Geschäftsführer der Klimaschutzagentur. Durch einen hydraulischen Abgleich lasse sich das Problem der ungleichmäßigen Wärmeverteilung lösen. Dabei werde für jeden einzelnen Heizkörper die Menge an Heizungswasser so begrenzt, „dass zu jedem Heizkörper genug Wärme transportiert wird, aber nicht mehr als nötig.“ So lasse sich bei einer Erdgasheizung der Ausstoß von rund 350 kg CO2 pro Jahr vermeiden. „Sie sparen in dem Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern 100 Euro jährlich ein“, erläutert der Diplom-Ingenieur. Und er erinnert „an das richtige Lüften“: Anstatt die Fenster nur zu kippen, sollten bevorzugt stoßgelüftet werden. So sei immer genug frische Luft im Raum - und jährlich könnte bis zu einer halben Tonne CO2 vermieden werden. „Stoßlüften statt Dauerlüften spart bis zu 125 Euro im Jahr.“

Und er macht deutlich, dass manchmal schon ein einziges Grad entscheidende Resultate bringen kann. „Ob die Raumtemperatur im Wohnzimmer 20 oder 21 Grad beträgt, ist ein kaum wahrnehmbarer Unterschied für den Bewohner, für das Klima aber schon.“ Bis zu 360 Kilogramm CO2 im Jahr könnten vermieden werden, wenn die Raumtemperatur in der Wohnung um ein einziges Grad abgesenkt würde. In einem 150-Quadratmeter-Einfamilienhaus mit Gasheizung könnten pro Jahr 1350 kWh und rund 95 Euro gespart werden.

Timm empfiehlt, auf Heizstrahler ganz zu verzichten. „Laut Umweltbundesamt stößt jeder Heizstrahler so viel CO2 aus wie ein Kleinwagen.“ Dabei sei es gleichgültig, ob es sich um elektrische oder Gas-Heizstrahler handele - in puncto Energieverbrauch und CO2-Emissionen seien diese gleich verschwenderisch.

In puncto „Umweltfreundliche Mobilität“ rät Timm, das Auto effizienter zu nutzen. Eine Kraftstoffeinsparung von zehn Prozent lasse sich durch sinniges Fahren erreichen. Das sei zwar erfreulich, reiche aber in Sachen Umweltschutz bei weitem nicht. Laut Bundesumweltamt sei ein Ausbau des Rad- und Fußverkehrs und der öffentlichen Verkehrsmittel dringend notwendig. Nur auf diese Weise könne der verkehrsbedingte Ausstoß von Treibhausgasen und Schadstoffen deutlich verringert werden.

 

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk