Michaela May als Ehrengast beim Klima-Kunst-Treff der Klimaschutzagentur

„Es geht um unsere Zukunft.“ Mit einem einfachen Satz brachte es Deutschlands Top-Schauspielerin Michaela May auf den Punkt. Beim Klima-Kunst-Treff der Klimaschutzagentur Weserbergland in der Mosterei Ockensen machte sie eindrucksvoll die Bedeutung des Themas „Umweltschutz“ deutlich. Und mehr als 100 Gäste lauschten interessiert der launigen wie informativen Rede der berühmten Darstellerin. Michaela May sprach das Vorwort zur Ausstellung „Ansichtssache Natur“, die noch bis zum 24. November in der Festscheune in Ockensen Werke der Hamelner Künstlerin Marianne Prigann zeigt.

Wie kaum ein anderes Thema sei der Klimawandel mit seinen Ursachen und Folgen seit Jahren in der öffentlichen und privaten Diskussion, so die prominente Rednerin. Die Geschwindigkeit, mit der „unsere natürlichen Lebensgrundlagen vernichtet werden, steigt rasant an“. Obwohl die Mehrheit aller Wissenschaftler sich über die Bedrohung einig sei, werde diese Tatsache immer noch gern geleugnet, zumindest jedoch verharmlost. „Solange die Politik nicht wesentlich weiterkommt, sollte jeder einzelne von uns einen sinnvollen Beitrag leisten“, appellierte Michaela May. Und sie betonte: „Die Klimaschutzagentur Weserbergland hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, uns dabei zu beraten und zu unterstützen. Denn jeder einzelne kann mithelfen!“

Im übertragenen Sinne ansehnlich beschrieb sie die Möglichkeiten der Energieeinsparungen und deren positive Wirkungen – nicht nur auf den Geldbeutel der Verbraucher. „Wenn Sie zum Beispiel ihre Wäsche statt mit 40, nur mit 30 Grad waschen, sparen Sie im Jahr 50 Kilogramm an CO2-Ausstoß ein“, erklärte sie.Konkret bedeute dies: Wer weiterhin mit 40 Grad wasche, nehme in Kauf, dass allein wegen dieser 10 Grad Unterschied mehr als acht Bäume gepflanzt werden müssten, um diesen Schadstoffausstoß auszugleichen.

Und die Künstlerin wies auf eine einfache Einsparmöglichkeit beim Heizen hin. „Ob es in Ihrem Wohnzimmer 20 oder 21 Grad warm ist, werden Sie kaum spüren – das Klima schon“, sagte sie. „Sie können bis zu 360 Kilogramm CO2-Ausstoß im Jahr vermeiden, wenn Sie die Raumtemperatur in Ihrer Wohnung um nur ein einziges Grad absenken.“ Noch dazu ließen sich bis zu 95 Euro an Energiekosten sparen.

Als leidenschaftliche Hobby-Köchin schätze Sie außerdem das umweltbewusste wie variantenreiche Kochen mit Gas. Und: „Ein Gasherd verbraucht im Vergleich zum Elektroherd nur etwa die Hälfte an Primärenergie.“

Als „Fahrradfreundliche Persönlichkeit“, die jüngst mit dem Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet worden ist, propagierte Michaela May ebenfalls das Fahrradfahren. „Wenn Sie das Auto stehen lassen und dafür das Zweirad wählen, tut das nicht nur der Umwelt gut, sondern auch Ihrem Wohlbefinden“, erklärte sie. In diesem Zusammenhang verwies sie auf den renommierten Naturforscher Alexander von Humboldt mit seinem Zitat „Die Natur muss gefühlt werden“. Auch im übertragenen Sinne lasse sich die Natur fühlen – durch die Kunst. Die Klimaschutzagentur Weserbergland offeriere mit der Ausstellung „Ansichtssache Natur“ einen neuen Blick auf das Thema Klimaschutz, motiviere zum Umdenken und Handeln und mache auf die dringende Notwendigkeit aufmerksam, die Natur in ihrer Einzigartigkeit zu schützen.

Mit ihren Bildern schaffe Marianne Prigann eine Verbindung zwischen Wissenschaft, Emotion und Neuorientierung. „Der Künstlerin aus Hameln gelingt es, die von der Umwelt gestalteten Kulissen einzigartig zu interpretieren“, bewertete Michaela May das künstlerische Ergebnis. Die Werke von Marianne Prigann in Acryl auf Leinwand sind teils im expressiven Stil, in Farbharmonie, in starken Kontrasten, in Spachtel- wie Mischtechnik gestaltet. Die Kunstdozentin an der Volkshochschule stellte schon vielfach in der Region aus – unter anderem im Infocenter in Hameln.

Auch Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland, betonte, dass Klimaschutz und Kunst eine ideale Verbindung eingehen – „denn die Kunst rückt das Thema der Gegenwart und Zukunft im wahrsten Sinne des Wortes in den Blickpunkt.“ Für die Klimaschutzagentur habe es nahe gelegen, dass „wir eine gemeinsame Veranstaltung mit einem Künstler initiieren, der die Bedeutung des Umweltschutzesin Form und Farbe bringt“. Auf der Suche nach dem richtigen Partner sei man auf Marianne Prigann gestoßen, eine Frau, die die Ansichtssache Natur so ausdrucksstark interpretiere, dass die Notwendigkeit des Schutzes ganz und gar offenbar werde. „Eine Frau aus der Region, die die Landschaft vor der Haustür zeigt. Keine abstrakten Szenarien, sondern vorstellbare An- und Aussichten.“

Timm erläuterte die Motivation der Klimaschutzagentur Weserbergland, die angetreten sei, um die Ziele des Integrierten Klimaschutzkonzeptes des Landkreises mit zu verwirklichen. „Ziele, die der Region gut tun sollen.“ Zum Beispiel habe sich Hameln-Pyrmont auf die Fahnen geschrieben, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu senken.

Auf Initiative der Klimaschutzagentur Weserbergland sei in der Region bereits kräftig eingespart worden. „20.000 Tonnen CO2 konnten allein durch die Maßnahmen nach Erstberatungen rund umenergetische Sanierung und im Rahmen der „Mach Dein Haus fit“-Kampagne vermieden werden“, so Timm. Insgesamt seien auf Anraten der Klimaschutzagentur 6,55 Millionen Euro in private energetische Sanierungen in Hameln-Pyrmont gesteckt worden. „Die Klimaschutzagentur hat also ein kleines Konjunkturprogramm für den Landkreis ausgelöst.“

Timm gab einen ausführlichen Überblick über die Aktivitäten der Agentur. Unter anderem beschrieb er spezifische Projekte und Kampagnen für Verbraucher, Kommunen und Unternehmen. Und er stand – wie weitere Mitarbeiter der Klimaschutzagentur Weserbergland – im Rahmen des Klima-Kunst-Treffs ebenfalls für Gespräche zur Verfügung. Stolz zeigte er sich. „dass wir für die wichtige Veranstaltung die Grimme-preisgekrönte Schauspielerin Michaela May gewinnen konnten.“ Und er bedankte sich auch ganz besonders bei den Sponsoren, der MB Anlagenbau GmbH, dem LaLu im HefeHof, dem Flecken Salzhemmendorf, dem Bauunternehmen Wessel, Wini-Büromöbel, dem Hotel Stadt Hameln sowie der Mosterei Ockensen, für die Unterstützung der gesellschaftsrelevanten Infomations-Kultur-Aktion.

 

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk