SOLTEC-Fachtagung mit mehr als 100 Besuchern

Mehr als 100 Teilnehmer konnte Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippmannim Rahmen ihrer Begrüßungsansprache zur SOLTEC-Fachtagung begrüßen. Die Veranstaltung im Weserbergland-Zentrum bildete ein Highlight der Umwelttage Weserbergland, die als Nachfolge-Aktion der SOLTEC-Fachmesse in diesem Jahr Premiere feiern. Als Gastgeber der Fachtagung empfingen die Klimaschutzagentur Weserbergland sowie die BioenergieRegion Weserbergland plus Besucher aus ganz Deutschland, von Institutionen, Kommunen, aus der Wirtschaft und Verbänden wie auch Privatleute.

Die Hamelner Oberbürgermeisterin zeigte sich denn auch hoch erfreut, dass die SOLTEC-Fachtagung die besondere Rolle von Landkreisen, Städten und Gemeinden in den Fokus rückt. „Die Kommunen sind es, die den Klimaschutz vor Ort voranbringen können“, betonte Lippmann. Sie nannte ein konkretes Beispiel aus Hameln, das eine Energieeinsparung von 80 Prozent verspricht: „Die Stadt wird in den Jahren 2013 und 2014 insgesamt 3.700 der zirka 10.500 vorhandenen Straßenleuchten austauschen – ein ehrgeiziges Projekt.“ Kosten: 1,5 Millionen Euro. Doch das Energiesparen lohnt sich doppelt: „Wir sparen innerhalb von 15 Jahren Stromkosten in Höhe von zwei Millionen Euro – und außerdem hat das Bundesumweltministerium einen Zuschuss von 300.000 Euro gewährt“, verriet die Oberbürgermeisterin. Lippmann sah die Kommunen als Motor des Klimaschutzes und schrieb Ihnen eine Vorbildfunktion für die privaten Haushalte zu.

Wie die Besucher der SOLTEC-Fachtagunge waren auch die Referenten teilweise weit gereist. So sprach beispielsweise Prof. Dr. Gerhard Berz von der Ludwig-Maximillians-Universität München über den Zusammenhang von „Naturkatastrophen und Klimawandel“ und zählte gleichzeitig die spezifischen Trends, Risiken und Vorsorgestrategien auf. In seinen Vortrag betrachtete der Kurator der UMWELT-AKADEMIE auch den Klimawandel von der wirtschaftlichen Seite her. Gestützt auf umfassende wissenschaftliche Fakten zeigte er Lösungsansätze und machte den Zuhörern Mut zur Veränderung.

Andreas Ronge von der KfW Bankengruppe betonte in seinem Referat, dass steigende Kosten für Heizung und Energie nicht nur Privatleuten zu schaffen mache. Auch für Kommunen seien sie eine zusätzliche Belastung der ohnehin angespannten Etats. Daher sei es sinnvoll, dass sich Kommunen auf diesem Gebiet engagieren würden - zum Beispiel könnten sie gemeinsam mit privaten Immobiliennutzern, Unternehmern und Einzelhändlern Sanierungspläne für bestimmte Stadtteile entwickeln. „Dafür gibt's inzwischen Zuschüsse von der KfW Bankengruppe.“ Der Fachmann aus Frankfurt nannte Praxisbeispiele der Energetischen Quartierssanierung.

Das „Bundesweite Zertifizierungssystemfür Energie- und Klimaschutzmanagement“ erklärte Michael Müller von der Deutschen Energie-Agentur (dena) aus Berlin. Der Projektleiter Energieeffiziente Kommune machte deutlich, dass das größte Potenzial zur Endenergieeinsparung im Bereich der energetischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden und Liegenschaften läge.

Warum es so wichtig ist, in erneuerbaren Energien mehr zu sehen als nur Strom, erläuterte ENERTRAG-Vorstandsmitglied Werner Diwald. Die Veredelung des Stroms aus Erneuerbaren zu Wärme und Kraftstoff in Form von Wasserstoff mache diesen vielseitig nutzbar und damit zum „Grünen Gold“. Genau das leiste das Hybridkraftwerk. Mit der „Power-to-Gas“-Technologie will ENERTRAG die Energiezukunft vorantreiben.

Als einer der Gastgeber an diesem Tag sprach Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland, über das „Kommunale Energiemanagement“ in der Region. „Klimaschutz – hier und jetzt“ hat sich die gemeinnützige GmbH auf die Agenda geschrieben und beherzigt diese Devise auch bei der Realisierung der Managementoffensive für den Landkreis Hameln-Pyrmont.

Timm freute sich besonders, dass er Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel als Schirmherr der SOLTEC-Fachtagung gewinnen konnte. Dass der Schutz des Klimas und seine Auswirkungen auf künftige Generationen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung seien, betont der Minister in seinem Grußwort. Immer mehr Kommunen würden die Chancen erkennen, die mit Klimaschutz verbunden seien. Nach Meinung Wenzels werden durch regionale Wertschöpfung Arbeitsplätze gesichert, das örtliche Handwerk gestärkt und die kommunalen Haushalte von Energiekosten entlastet. Damit würden die Städten und Gemeinden auch ihre Vorbildfunktion im aktiven Klimaschutz erfüllen.

Die Landesregierung will im kommenden Jahr eine landesweit agierende Klimaschutz- und Energieagentur gründen, die eng mit den regionalen Agenturen in Niedersachsen zusammenarbeiten soll. Gemeinsam mit Verbänden, Initiativen, Kommunen, anderen Einrichtungen und weiteren Interessensgruppen wird die Landesagentur auch Ideen und Konzepte für Aktionen, Kampagnen und Wettbewerbe entwickeln und mit den gesellschaftlichen Partnern umsetzen.

Vortrag Bundesweites Zertifizierungssystem

Vortrag Naturkatastrophen und Klimawandel

Vortrag Energetische Stadtsanierung

Vortrag Klimaschutz - hier und jetzt

Vortrag Power to Gas

 

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk