6,55 Millionen Euro investieren Hameln-Pyrmonter in Haussanierungen

Die Klimaschutzagentur Weserbergland hat in der Region kräftig eingespart. 20.000 Tonnen CO2-Ausstoß konnten allein durch die Maßnahmen nach Beratungen rund um energetische Sanierung und im Rahmen der „Mach Dein Haus fit“- Kampagne im ersten Jahr der Informationsoffensive vermieden werden. Insgesamt gaben die Hauseigentümer im Landkreis Hameln-Pyrmont bis heute 6,55 Mio. Euro aus, ihre Immobilien effizient und „klimafit“ zu machen. Das ist nicht nur ein großer Brocken für Umwelt und Klimaschutz, sondern auch für die heimische Wirtschaft: Die Klimaschutzagentur Weserbergland hat mit ihrer erfolgreichen Beratungsinitiative ein kleines Konjunkturprogramm für die Region ausgelöst.

Die gemeinnützige Klimaschutzagentur Weserbergland hat im Jahr 2011 ihre Arbeit aufgenommen. Mittlerweile hat sich die Agentur zum wichtigen Partner der Kommunen im Landkreis Hameln-Pyrmont entwickelt. Die Stadt Hessisch Oldendorf und der Landkreis Hameln-Pyrmont haben ihr kommunales Energiemanagement bereits in die professionellen Hände der Klimaschutzagentur gelegt. Aufgrund der dabei erzielten Erfolge wollen weitere Kommunen ihren Energieverbrauch gemeinsam mit der Klimaschutzagentur reduzieren. Aber auch Unternehmen greifen regelmäßig auf das Know-how der Fachleute aus der Klimaschutzagentur zurück, beispielsweise wenn es um die Einführung eines Energiemanagementsystems geht.

 

Einen wichtigen Schwerpunkt der Arbeit der Klimaschutzagentur bildet aber die Information und Beratung von Haus- und Wohnungseigentümern. Auf Messen und Veranstaltungen informieren die Energieberater der Agentur über Einsparmöglichkeiten in den eigenen vier Wänden. Besonders gut ist das Beratungsangebot der Kampagne „Mach Dein Haus fit!“ angenommen worden: Energieberater der Agentur beraten vor Ort über Einsparmöglichkeiten und stellen gemeinsam mit den Hausbesitzern einen sinnvollen Modernisierungsfahrplan auf. Die Beratung ist dabei kostenlos und anbieterneutral. Im Mai dieses Jahres hat die Klimaschutzagentur eine Evaluierung ihrer Arbeit bei einem unabhängigen Institut beauftragt. Die Ergebnisse liegen seit Kurzem vor und belegen die große Bedeutung des neutralen und kostenlosen Beratungsangebotes der Klimaschutzagentur.

 

Bereits im ersten Jahr nach der Beratung durch die Klimaschutzagentur hat weit mehr als die Hälfte der Privatleute, die im Rahmen der Erstberatungen oder der „Mach Dein Haus fit -Kampagne“ über individuelle Möglichkeiten der Sanierung informiert worden sind, die empfohlenen Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt. Ein weiteres Drittel hat die Maßnahmen konkret geplant und/oder bereits beauftragt. Insgesamt hat die Klimaschutzagentur durch ihre Beratungsaktivitäten bereits Investitionen in Höhe von ca. 6,55 Mio. Euro ausgelöst. Das bedeutet, dass Sanierer durchschnittlich rund 22.000 Euro ausgegeben haben.

 

„Das ist natürlich bei unserem Handwerk angekommen“ bestätigt Karl-Wilhelm Steinmann, Kreishandwerksmeister und Vorsitzender des Fördervereins der Klimaschutzagentur Weserbergland. „ Wir haben damals die neutrale Beratungsinstanz mit angeschoben um im Klimaschutz voranzukommen. Heute zeigt sich, wir sind alle Gewinner: die Umwelt, der Bürger und die heimische Wirtschaft.“ Steinmann machte auf der Bilanzpressekonferenz noch einmal deutlich, wie wichtig für die Bürger die Neutralität der Klimaschutzagentur ist. „Sanierungsentscheidungen trifft man nur 1 bis 2 Mal im Leben, da will sich niemand etwas aufschwatzen lassen. Bei der Klimaschutzagentur sind sich Investoren sicher, gewerkeübergreifend und individuell informiert zu werden und jederzeit bei jedem Schritt maßgeschneiderte Hilfestellung zu erhalten.“

 

Die Möglichkeiten der individuellen Modernisierung zeigen dabei eine große Bandbreite: Im Landkreis Hameln-Pyrmont sind auf Ratschlag der neutralen Energieberater vielfach neue und effiziente Heizungsanlagen eingebaut worden. Oft ist es nicht bei einer einzelnen Maßnahme geblieben. 42 Prozent haben sich für die neuen energiesparenden Anlagen entschieden, 31 Prozent entschieden sich für neue Fenster, 30 Prozent beauftragten die Dämmung der obersten Geschossdecke, 28 Prozent die Dämmung ihres Dachs und 18 Prozent eine Außenwand-Dämmung.

 

Überzeugende Argumente für den Einbau von Sonnenkollektoren zur Warmwasser-Bereitung sahen 21 Prozent, für den Einbau einer Solarstromanlage 8 Prozent der Hausbesitzer.

 

Lutz Reimann, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, bedankte sich offiziell bei Geschäftsführer Tobias Timm: „Die Gesellschafter haben viel erwartet, aber Sie haben das mit Ihrem Team noch einmal übertroffen.“

 

Als weiterer Erfolg kann sicherlich gewertet werden, das in der Zwischenzeit auch der Flecken Aerzen Mitglied geworden ist und Bad Münder großes Interesse bekundet hat. Auch über die Kreisgrenzen hinweg nimmt man die erfolgreiche Arbeit der Agentur wahr: Mit dem Landkreis Holzminden werden derzeit Möglichkeiten einer Kooperation diskutiert. 

 

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk