Höhere Zuschüsse für Kraft-Wärme Kopplung

Höhere Zuschüsse für Kraft-Wärme Kopplung: Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland, verweist auf die neuen Förderrichtlinien für die hocheffiziente Technologie und freut sich, dass das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) weitere Anreize für energetische Maßnahmen schafft. „Das sind Investitionen in die Zukunft“, betont er. 

Die Novelle zum Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz ist seit ein paar Tagen in Kraft. Sie enthält eine Anhebung der Zuschlagszahlungen und neue Fördertatbestände. „Die Kraft-Wärme-Kopplung erhöht die Effizienz bei der Strom- und Wärmeerzeugung. Zugleich ermöglicht die hocheffiziente Technik eine Flexibilisierung der Stromerzeugung“, bekräftigt auch BAFA-Präsident Dr. Arnold Wallraff. Die Novelle sei ein zentraler Baustein der Energiewende.

 

Für Privatleute ist vor allem die Strom erzeugende Heizung interessant. Wozu diese Technik fähig ist? „Sie kann bis zu 100 Prozent der Wärme und bis zu 80 Prozent des Strombedarfs im eigenen Haus abdecken“, erklärt Timm. Durch die Strom-Produktion im eigenen Haus könne der Strombezug aus dem öffentlichen Netz deutlich reduziert werden. „Das führt dazu, dass sich eine ganze Menge Energiekosten einsparen lassen.“ Und, so der Klimaschutzagentur-Chef weiter, die Strom erzeugende Heizung schone nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. „Insgesamt kann die neue Technik bei gleichem Energieverbrauch im Haus die Treibgasemissionen senken.“ Bis zu 40 Prozent weniger CO2 werde ausgestoßen.  

Verfügbare Systeme sind mit einem Stirlingmotor oder einem Kleinst-Otto-Motor ausgestattet und werden seit dem 1. April wieder vom Bund mit 1500 Euro bezuschusst. Die Experten der Klimaschutzagentur berechnen, ob sich die Technik bei jeweiligen Interessenten lohnt. „In der Regel sind die Strom erzeugenden Heizungen schon für kleine Mehrfamilienhäuser geeignet, aber auch für Ein-/Zweifamilienhäuser mit hohem Strom- oder Wärmebedarf“, so Timm.  

 

Nach Mitteilung des BAFA gibt es wesentlichen Neuerungen zur Förderung von allen KWK-Anlagen. Zum Beispiel würden die Zuschlagsätze für Anlagen, die seit Inkrafttreten der Novelle in Betrieb genommen worden seien, um 0,3 c/kWh angehoben. KWK-Anlagen über 2 Megawatt (MW), die am Emissionshandel teilnehmen und ab dem 1. Januar 2013 in Dauerbetrieb gehen, erhielten ab diesem Zeitpunkt eine Zuschlagserhöhung um weitere 0,3 c/kWh. Investitionen in die Modernisierung von KWK-Anlagen könnten bereits ab einer Modernisierungsquote von 25 Prozent eine Zuschlagszahlung erhalten. Die Nachrüstung von Anlagen der ungekoppelten Strom- oder Wärmeerzeugung zu KWK-Anlagen über 2 MW werde zuschlagsfähig. „Durch die neue Förderung von Speichern erhält der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung einen starken Impuls“, so Dr. Wallraff. „Wärme- und Kältespeicher, die ab dem 19. Juli 2012 gebaut werden, werden mit 250 Euro pro m³ Speichervolumen unterstützt. Bei Speichern mit einer Kapazität von mehr als 50 m³ ist die Förderung auf 30 Prozent der ansatzfähigen Investitionskosten begrenzt.“

 

Für Wärmenetze würden künftig höhere Zuschläge gezahlt. Die Anhebung der Fördersätze gelte für Wärmenetze, die ab dem 1. Januar 2012 in Betrieb genommen wurden. Industrielle Abwärme werde als Wärme aus KWK-Anlagen deklariert. Danach könnten auch Netze gefördert werden, in die neben der Wärme aus einer KWK-Anlage auch industrielle Abwärme eingespeist werde. Die Anträge könnten künftig bis zum 1. Juli des auf die Inbetriebnahme des Netzes folgenden Jahres gestellt werden.

 

Nach Angaben des BAFA ermöglicht die Novelle die Ausweitung der Allgemeinverfügung für KWK-Anlagen auf den Leistungsbereich bis 50 kW. Speicher bis zu einer Größe von 5 m³ Speichervolumen könnten ebenfalls mit einer Allgemeinverfügung zugelassen werden. Die Allgemeinverfügung ersetze dann unter bestimmten Voraussetzungen das reguläre Antragsverfahren. Für KWK-Anlagen, die während der alten Gesetzesregelung in Dauerbetrieb genommen wurden, würden weiterhin die alten Vergütungssätze gelten. Die Zuschlagszahlungen würden auf der Grundlage des Zulassungsbescheides vom BAFA durch den Stromnetzbetreiber ausgezahlt.

 

Bei Fragen gibt’s das Service-Telefon der Klimaschutzagentur Weserbergland, das montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr und donnerstags sogar bis 19 Uhr besetzt ist (0 51 51 / 9 57 88 77).

 

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk