Energiekosten sparen, Komfort gewinnen

„Wir haben ständig die Antennen auf Empfang, wie wir Energie einsparen können.“ Bürgermeisterin Elke Christina Roeder sprach das aus, was heute Verbrauchern ein Hauptanliegen ist. In Zeiten, in denen Energie zum Luxus wird, trifft die Klimaschutzagentur Weserbergland mit ihrer Beratungskampagne „Mach Dein Haus fit“ den Nerv der Zeit. In Bad Pyrmont fand jetzt die Auftaktveranstaltung zu der kostenlosen und neutralen Informationsaktion rund um energetische Sanierung statt.

 

 

Roeder betonte, dass „leider bei Strom- und Ölpreisen die Tendenz nach oben geht“. Deshalb sei es umso wichtiger, nach Energieeinsparlösungen zu suchen und natürlich auch für ein gutes Klima aus umweltpolitischer Sicht zu sorgen. Die Stadt Bad Pyrmont als einer der Gesellschafter der Klimaschutzagentur Weserbergland unterstütze die erfolgreiche Beratungsoffensive „Mach Dein Haus fit“. Sie verwies auf die Neutralität der Aktion und betonte einmal mehr, dass die Energieberater der gemeinnützigen Gesellschafter kostenlos und ohne jede Verpflichtung Hauseigentümer individuell informiere.

 

Jan Norrmann von der Klimaschutzagentur Weserbergland sprach vom wertvollen Gut Energie, das seit 1999 erhebliche Preissteigerungsraten verzeichne. Und die Kosten würden weiter steigen. „2014 beispielsweise werden für ein Einfamilienhaus durchschnittlich rund 2000 Euro an Energiekosten zu zahlen sein, so die Prognose des Bundesverband Solarwirtschaft.“ Der Diplom-Ingenieur betonte, dass allein durch Heizanlagenmodernisierung und Fensteraustausch der Energieverbrauch erheblich reduziert werden könne. „Ein Drittel der Heizungsanlagen in Deutschland sind älter als 20 Jahre; außerdem gibt es noch 27 Millionen Einfachverglasungen.“ Für den Fachmann ein enormes Potenzial für energetische Sanierungsmaßnahmen und damit verbundene Kosteneinsparungen.

 

„Denken Sie auch daran“, forderte Norrmann auf, „bei sowieso geplanten notwendigen Modernisierungen energetisch sinnvolle Erneuerungen gleich mit in Auftrag zu geben.“ So sei es beispielsweise ratsam, bei der Fassadenauffrischung das Wärmeverbundsystem einzubauen. Werde das Dach neu eingedeckt, könne man idealerweise die Solaranlage parallel installieren lassen. „Das spart Aufwand und Kosten.“ Durch die gelungene Wärmedämmung im Rahmen der Fassadenerneuerung könne man zum Beispiel durchschnittlich 20 Prozent Energieeinsparungen verzeichnen, ebenfalls durch die fachgerechte Dachdämmung. „Wird der alte Ölkessel gegen ein modernes Gerät ausgetauscht, wird nicht nur der Haushaltsgeldbeutel entlastet“, so Norrmann. Auch einen Komfortgewinn könne der Immobilienbesitzer verzeichnen. „Fließgeräusche verschwinden und alle Räume werden gleichmäßig beheizt.“

 

Auch geringinvestive Maßnahmen könnten Energieeinsparungen mit sich bringen. „Der hydraulische Abgleich beispielsweise ist Voraussetzung dafür, dass im besten Fall 20 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr eingespart werden können“, meinte der Diplom-Ingenieur. „Und das bei Investitionen in Höhe von vier Euro pro Quadratmeter.“ Welche Modernisierungsmaßnahmen im Einzelfall sinnvoll seien – „das erklären die neutralen Energieberater im Rahmen der Vor-Ort-Beratungen“, erläuterte Norrmann.

 

Außerdem gäbe es spezifische Fachinformationen zu Fördermöglichkeiten. Und er verwies in diesem Zusammenhang auf die enge Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bad Pyrmont. Vertriebsleiter Marco Brandt ergänzte in seinem Vortrag, dass es neben staatlichen Zuschüssen weitere regionale Unterstützungen gäbe. „Die Stadtwerke Bad Pyrmont haben ein spezielles Förderprogramm aufgelegt, von denen unsere Kunden profitieren können.“Dieses werde jedes Jahr modifiziert und beinhalte beispielsweise Zuschüsse für Heizungen, Geräte wie Gasherd oder Erdgas-Wäschetrockner, für Wärmedämmung, thermische Solaranlagen, Photovoltaikanlagen, Mikro-Blockheizkraftwerke, Erdgas als Kraftstoff sowie für Wohnungslüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung.

 

Außerdem könnten die Stadtwerke mit einer Finanzspritze für den hydraulischen Abgleich aufwarten. Zu diesem Thema würden die Stadtwerke Bad Pyrmont gemeinsam mit der Klimaschutzagentur Weserbergland den Handwerkern vor Ort außerdem Schulungen anbieten.

 

Vom 22. Oktober bis 2. November läuft die Erfolgskampagne der Klimaschutzagentur in Bad Pyrmont. Auf Wunsch beraten die neutralen Experten kostenlos bei einem Hausbesuch über die verschiedenen Möglichkeiten der energetischen Modernisierung. Ob Wärmedämmung, Erneuerung der alten Heizungsanlage, Einbau einer Solaranlage, Erneuerung der Fenster oder Lüftungstechnik - die Fachleute haben stets aktuelles Fachwissen parat und informieren individuell. Für Gespräche direkt vor Ort sind bei der Klimaschutzagentur (HefeHof 22 / Eingang Kuhlmannstraße) Beratungsgutscheine erhältlich, die auch telefonisch angefordert werden können. Das Service-Telefon (0 51 51 / 9 57 88 77) ist montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr und donnerstags sogar bis 19 Uhr besetzt.

 

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk