Besseres Klima auch bei denkmalgeschützten Häusern

Klimaschutzagentur und Landkreis werben für energetische Sanierung der alten Gebäude

Hameln-Pyrmont (red).

 

„Denkmalschutz und Energieeffizienz – heutzutage die ideale Kombination“, betont Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland. Gemeinsam mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont wirbt er für die energetische Sanierung gerade von denkmalgeschützten Gebäuden. Und das Beste: Seit 1. April 2012 bietet die KfW (früher Kreditanstalt für Wiederaufbau) das neue Fördermodul „Effizienzhaus Denkmal“ für Baudenkmale und andere Wohngebäude mit besonders erhaltenswerter Bausubstanz an. Förderfähig ist die Sanierung von Baudenkmalen und sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz. Die Erstberatung dazu offeriert die Klimaschutzagentur Weserbergland. 

Altbauerhaltung und Denkmalschutz untermauern regionale Identität und schützen die Umwelt. Hausabrisse seien als Energieverschwender schlechthin anzusehen, so Timm. Die höchsten Feinstaubwerte in Städten würden durch die Abbrüche verursacht, die Energiekosten in nicht erstrebenswerte Höhen steigen. Im Klimaschutzkonzept des Landkreises Hameln-Pyrmont ist ganz klar definiert, dass gerade die Sanierung der alten Gebäude in der Region ein gewaltiges Potenzial in Sachen Klimaschutz und Energieeinsparmöglichkeiten mit sich bringt. 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs verursachen die betagten Gebäude. Überdurchschnittlich viele veraltete und ineffizient laufende Heizungsanlagen sowie zu geringer Wärmeschutz sind dafür verantwortlich.

 

„Durch den Einbau einer modernen Heizungsanlage kann der Energieverbrauch durchschnittlich um 20 Prozent reduziert werden“, betont Timm. Noch mehr einsparen ließe sich durch den Austausch von Fenstern oder durch eine auf die jeweilige Struktur des denkmalgeschützten Hauses abgestimmte Wärmedämmung. Insbesondere im Dach- oder Kellergeschoss könnten Dämmmaterialien kostengünstig und mit einfachem Installationsaufwand nachträglich eingebracht werden. „Die Energieeinsparungen schonen Umwelt und Geldbeutel.“ 

 

Besondere Maßnahmen seien angezeigt in den denkmalgeschützten Häusern – zum Beispiel eine effiziente Innendämmung, wenn an den Fassenteilen keine Außendämmung erfolgen kann. Hohlräume in Fachwerkhäusern ließen sich unkompliziert mit nachwachsenden, natürlichen Dämmmaterialien verschließen. „Für enge Zwischenräume gibt es extrem dünne Vakuum-Dämmpaneele“, ergänzt Timm. Als Heizquelle in den denkmalgeschützten Häusern und anderen Bestandsgebäuden empfiehlt der Diplom-Ingenieur beispielsweise Pelletkessel, die mit dem CO2-armen Brennstoff Holz funktionierten. Und: Moderne Holzfenster mit gut gedämmten Rahmen - gegebenenfalls sogar mit hocheffizienten Dreifachverglasungen - seien zudem umweltfreundlich und garantierten die Ursprungsansicht. Oberstes Gebot sei, dass die Planung der Energiesparmaßname generell auf das jeweilige Gebäude ausgerichtet werde.

 

Denkmalgeschützte Häuser in Hameln-Pyrmont haben einen besonderen Stellenwert. Das bekräftigt auch Architektin Alexandra Laske-Meyer aus der Landkreisverwaltung. Das Weserbergland prägten vor allem die Fachwerkhäuser und Sichtbacksteingebäude – touristisches Pluspunkte für die Städte. Die denkmalgeschützten Häuser ließen sich optimal energetisch sanieren. So könne nicht nur die Attraktivität der Region gestärkt werden, sondern würden auch die Ziele des Klimaschutzes näher rücken. „Wird alte Bausubstanz reaktiviert, können dazu noch Energieverbrauch und -kosten für eine sonst anfallende Baustoffherstellung vermieden werden.“ Laske-Meyer plädiert für eine unkomplizierte und bürgerfreundliche Vernetzung der Bereiche Denkmalschutz, Tourismus/Wirtschaftsförderung/Kultur und Klimaschutz. „Damit die Wohnattraktivität im Landkreis erhöht und der CO2-Ausstoss in der Region gesenkt wird.“

Die Klimaschutzagentur Weserbergland unterstützt das ehrgeizige Ziel des Landkreises Hameln-Pyrmont, die Treibhausgasemissionen in der Region auf Dauer deutlich zu verringern. Das Team informiert und berät Bürger, Unternehmen und Kommunen neutral und unentgeltlich zu Möglichkeiten des Klimaschutzes. Ihren Sitz hat die gemeinnützige Institution am HefeHof 22. Bei Fragen und für Terminvereinbarungen gibt’s das Service-Telefon, das montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr und donnerstags sogar bis 19 Uhr besetzt ist (0 51 51 / 9 57 88 77). Denkmalspezifische Informationen und Auskünfte zu eventuell notwendigen Genehmigungen geben die Fachleute der Denkmalschutzbehörde des Landkreises (0 51 51 / 903 -4208 oder -4216).

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk