Prima Klima am Arbeitsplatz

Klimaschutzagentur Weserbergland berät Gesundheitsamt

Hameln-Pyrmont (red).

 

„Die Erderwärmung bedroht nicht nur den menschlichen Lebensraum, sie bedroht auch Freiheit und Demokratie“, berichtete Lester Brown, Leiter des Earth Policy Instituts in Washington, bereits vor einiger Zeit. Die Klimaschutzagentur Weserbergland weiß um die Bedeutung des Umdenkens bei Energieverbrauch und Umweltpflege. Facettenreich wie das gesamte Thema ist auch die Arbeit der kostenlos und neutral agierenden Beratungsinstanz. In zahlreichen Bereichen sind die Mitarbeiter aktiv. Jetzt präsentierte Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland, mit seinem Team im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont ein Energiesparkonzept fürs Gesundheitsamt. 

Die Kooperation der Landkreisverwaltung mit der Klimaschutzagentur liegt nahe, schließlich zählen neben Hameln-Pyrmont alle Gemeinden und Städte des Landkreises (außer Bad Münder und Aerzen) sowie die Stadtwerke Hameln, die Stadtwerke Bad Pyrmont und EON Westfalen Weser zu den Gesellschaftern der Agentur. Unter dem Motto „Denk nach, schalt ab – zu Hause und am Arbeitsplatz“ hat der Landkreis in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW bereits die Initiative „mission E“ gestartet, die deutlich machen soll, dass Energiesparen ohne Komforteinbußen machbar ist. Und das betonte auch Tobias Timm vor dem Zuhörerkreis im Gesundheitsamt. Er machte deutlich, wie wichtig die Einschätzung des energetischen Gebäudezustandes sei. Durch entsprechende Wärmedämmmaßnahmen ließe sich ein immenses Einsparpotenzial erreichen. Schließlich könnten bis zu 50 Prozent der Heizenergie durch schlecht gedämmte Wände, Dächer und Fenster verloren gehen. Ohne Wärmedämmung heize man beispielsweise die Straße gleich mit, mit entsprechender Isolierung könne der Verbrauch um Faktor 10 reduziert werden.

 

Zu sinnvollen Modernisierungsvarianten zählen laut Timm die Wärmedämmung für Dach, Keller und Fassade, die Erneuerung der Fenster und der alten Heizungsanlage, der Einbau einer Solaranlage sowie eine ausgeklügelte Lüftungstechnik. Eindrucksvoll zeigte der Diplom-Ingenieur die Einsparpotenziale im Büro auf. Für EDV, Beleuchtung, diverse Technik, Warmwasser und Heizung könne durch moderndes Energie-Management im innovativen Betrieb im Gegensatz zum herkömmlichen Büroablauf im Altbau der Kostenaufwand mehr als 87 Prozent gesenkt werden. Heute mache der Energieverbrauch mehr als 50 Prozent der gesamten durchschnittlichen Betriebskosten aus. 

 

Diplom-Wirtschafts-Ingenieurin Dörthe Knefelkamp von der Klimaschutzagentur ergänzte den Vortrag des Geschäftsführers mit Tipps zur energieeffizienten Beleuchtung am Arbeitsplatz. Sie stellte klar, dass schlechte Beleuchtung oftmals für Augenbeschwerden verantwortlich sei. „Extreme Helligkeit, einstrahlende Sonne oder spiegelnde Flächen erschweren die Arbeit am Bildschirm erheblich“, so Knefelkamp. 30 bis 40 Prozent der Beschäftigten in Büros klagten häufig über müde, trockene, gerötete, brennende oder tränende Augen. Oftmals würden die Betroffen auch verschwommen oder gar doppelt sehen. Ergonomische Beleuchtungsbedingungen würden die Arbeit erleichtern. Fehlerquoten würden verringert. Die Empfehlungen der Expertin: „Störenden Blendwirkungen vorbeugen, Reflexionen und Spiegelungen vermeiden, ausreichende Raumhelligkeit herstellen, den Kontrast zwischen Bildschirm und Umgebung anpassen.“ 

 

Auf die günstige Anordnung der Schreibtische solle geachtet werden. Bildschirme sollten parallel zum Fenster stehen, Beleuchtungsstärken müssten der jeweiligen Aufgabe in Bezug auf die Optik angepasst werden. Durch die energieeffiziente Beleuchtung ließen sich Kosten im Büro erheblich senken. Allein durch den Austausch einer herkömmlichen Glühbirne (60 W) durch eine Energiesparlampe (11 W) könne pro anno 27 Euro pro Lampe gespart werden. Die Fachfrau animierte die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes selbst tätig zu werden. „Prüfen Sie, ob der Bildschirm richtig aufgestellt ist und passen Sie die Beleuchtung immer auf die Tätigkeit an“, empfahl sie.  

 

Regelmäßige Bildschirmpausen seien wichtig als Erholung für die Augen. Außerdem sei es von großer Bedeutung, bei Bedarf die passenden Sehhilfen zu tragen. Die Klimaschutzagentur Weserbergland will jetzt für das Gesundheitsamt mögliche Optimierungen der Beleuchtung unter Berücksichtigung der gültigen Normen und Vorschriften, der Raumnutzung und der Nutzungsdauer sowie der Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit erarbeiten. Dabei setzen die Experten unter anderem auf die Umrüstung auf LED-Leuchten. Diese verfügten über eine hohe Lebensdauer, garantierten eine hohe Energieeffizienz bei farbigem Licht, so Knefelkamp. Ferner seien die Möglichkeiten der Lichtgestaltung bedarfsgerecht steuerbar und vielfältig – UV-frei und mit geringer Wärmestrahlung im Lichtkegel. „Das LED-Projekt hat absoluten Leuchtturm-Charakter“, betonte Geschäftsführer Tobias Timm. „Wir gehören mit zu den Ersten, die bundesweit Praxiserfahrung mit der CO2-sparenden LED-Technik im Bürobereich sammeln und erhalten dazu bundesweit Aufmerksamkeit.“

Ihr Ansprechpartner: Sabine Buntrock, Larisa Purk